Oh Mosella… Spundekäs

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Zu den schönen Dingen an Mittelrhein, Mosel und Lahn zählt definitiv die hohe Dichte an Winzern mit eigenen Strausswirtschaften. Es gibt fast nichts schöneres als bei strahlendem Sommerwetter mit Freunden beim Winzer einzukehren, den Abend zu verquatschen (oder zu „versingen“, denn hin und wieder wird dann die Gitarre ausgepackt) und sich nach und nach durch die Weinkarte zu probieren (ein Schelm, wer zwischen der Anzahl der probierten Weine und der Singbereitschaft einen Zusammenhang sieht). Und während ich früher im Supermarkt immer völlig aufgeschmissen vor dem Weinregal stand, weil ja auch Riesling nicht gleich Riesling und Grauburgunder nicht gleich Grauburgunder ist, hat das Probieren beim Winzer vor Ort den unschlagbaren Vorteil, dass man das, was einem schmeckt, direkt mit nach Hause nehmen kann. Folglich gehe ich also mittlerweile nicht mehr ohne Rucksack in die Strausswirtschaft, denn irgendwie muss man die Flaschen ja nach Hause schleppen :-)

Und zu dem neuen Lieblingswein gehört dann sozusagen für die richtige Grundlage einfach ein Spundekäs oder Gerupfter, den ich mittlerweile zumindest in den Strausswirtschaften jedem „richtigen“ Abendessen vorziehe (nicht weil das andere Essen so schlecht, sondern weil der Spundekäs so lecker ist). Ähnlich wie beim Obatzter gibt es auch hier Rezepturen wie Sand am Meer – mal mit Quark, mal mit Saurer Sahne, mal mit viel Knoblauch, mal ganz ohne… Mein Rezept hat mir dankenswerterweise in den Grundzügen eine befreundete Winzertochter verraten, deren Spundekäs ich den bislang besten fand. Die Buttermenge kann man dabei nach Bedarf anpassen: Je mehr Butter, desto fester wird der Spundekäs hinterher.

Für 4 Personen:

  • 1 Packung Kräuterfrischkäse
  • 1 Packung Frischkäse (natur)
  • 1 Becher Saure Sahne
  • 180g weiche Butter
  • Salz und Pfeffer
  • 1 gehäufter EL Paprika
  • 2 Prisen Chili oder Caynennepfeffer
  • 2 Spritzer Zitronensaft
  • 2 Knoblauchzehen
  1. Weiche Butter schaumig rühren (am besten mit den Quirlen vom Handrührgerät). Nach und nach Käse und Saure Sahne zufügen und gut verrühren, so dass keine Klümpchen entstehen.
  2. Knoblauch pressen oder fein hacken und zugeben. Mit Paprika, Salz und Pfeffer, Zitronensaft und Cayennepfeffer würzen. Kalt stellen und mindestens eine gute halbe Stunde durchziehen lassen.

Dazu: Zwiebelringe, Tomatenachtel, Gurken- und Radieschenscheiben, warmes Baguette oder Bauernbrot und natürlich ein Glas Wein!

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. evazins sagt:

    Lustig, du eröffnest neue Welten. Straussenwirtschaft, Spundekäs, kannte ich alles noch nicht. Da sieht man es mal wieder, man war zwar schon sonstwo auf der Welt, aber noch nicht mal überall im eigenen Land. Das muss nachgeholt werden!

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  2. Bei uns in Baden-Württemberg heißen die Dinger „Besenwirtschaften“ oder kurz „Besen“. Das liegt an den bunt geschmückten Reisigbesen, die diese Lokale kennzeichnen. Deine Begeisterung kann ich also gut verstehen. Ich gehe da auch wahnsinnig gern hin :-)

    Ach ja, der Spundekäs heißt bei uns Bibbeleskäs… ;-)

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    1. Tring sagt:

      Wieder was gelernt ;-) Besenwirtschaften hatte ich vorher schon mal gehört – hätte das aber vermutlich nur bedingt mit Strausswirtschaft gleich gesetzt. Und den Begriff Bibbeleskäs kannte ich noch gar nicht. Immerhin gut so wissen, wenn man mal in der Ecke ist!

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  3. marco sagt:

    So was wie Spundekäs gibt es bei uns meines Wissens nicht! Umso verlockender, dass ich es bald mal ausprobiere ;) Wenn es so lecker schmeckt, wie du das beschreibst, dann würde ich das (natürlich mit einem Glas Wein!) ebenfalls einem Nachtessen vorziehen :)

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  4. Tring sagt:

    Ich kannte den Spundekäs (oder auch Gerupften, wie er teilweise heißt) vorher auch nicht, bin seitdem aber schwer infiziert ;-)

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  5. Gewürznelke sagt:

    Was vom Rezept ist denn das Grundrezept von der befreundeten Winzertochter und was Eigenkreation?
    Übrigens kann ich bei so manchen Straussenwirtschaften den Rotweinkuchen sehr empfehlen!

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    1. Tring sagt:

      Die grundlegende Aussage war, dass Sie da Butter, Frischkäse und Saure Sahne reinmacht, man alternativ aber auch Quark nehmen kann. Die Rezepte sind ja alle irgendwie ähnlich.

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