生煎包

Und weiter geht’s mit meiner kleinen China-Heimwehküchen-Reihe ;-) Diesmal im Angebot: Baozi!

Baozi sind für mich ein absoluter Allrounder – sie sind in China sehr billig an jeder Ecke frisch aus dem Dämpfkorb zu haben, machen pappsatt und lassen sich (so finde ich zumindest) zu jeder Tages- und Nachtzeit essen. Gerade im Winter kann so ein schöner warmer Baozi zum Frühstück schon was tolles sein ;-)

Diese Art Baozi mit angerösteten Boden habe ich allerdings erst relativ spät vor ein paar Jahren in Shanghai zum ersten Mal gegessen – kannte ich doch Ähnliches bislang nur von den sogenannten Guotie (Pfannenklebern). Aber ich war von Anfang an schwer begeistert. Außerdem hat diese Variante für mich ganz persönlich den Vorteil, dass ich Baozi endlich problemlos zu Hause machen kann, weil ich bislang (immer noch) über keinen Dämpfkorb verfüge.

Die Füllung habe ich in diesem Fall nach einer Jiaozi-Füllung nachgebastelt, die ich mal in Jinan gegessen habe (in einem Laden, in dem es tatsächlich nichts anderes als Jiaozi mit allen nur erdenklichen Füllungen gab – ein Traum!). Generell lassen sich Baozi aber genauso mit allem füllen, was der Kühlschrank so hergibt: Zum Beispiel mit Hackfleich und Chinakohl oder Zucchini, Auberginen in Chilisauce, Möhren und Glasnudeln oder auch  mit Tofu, Glasnudeln und Kimchi (das wäre dann allerdings eher die koreanische Variante). Es steht also jedem frei sich seine persönlichen Lieblingsbaozi zu basteln. Viel Spaß dabei ;-) 慢用!

Für 14 Stück:

Für den Teig:

  • 500g Mehl
  • 30g Hefe
  • 1,5 TL Salz
  • Etwa 120 ml Wasser
  • 70g Butter
  • 2 Eier
  • 1 EL Zucker

Für die Füllung:

  • 200g Schweinehack
  • 1/2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Ei
  • 1 walnussgroßes Stück Ingwer
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 Bund Dill
  • 200g Bohnen
  • 2 EL kräftige Brühe
  • 3 EL Sojasauce
  • 1 EL Sesamöl
  • Salz
  1. Für den Hefeteig Mehl in eine Schüssel geben. Etwa 3/4 des lauwarmens Wassers in eine Mulde in der  Mitte gießen und Hefe hineinbröckeln und leicht vermischen. Mit Zucker und etwas Mehl bestreuen und abgedeckt gehen lassen bis sich deutliche Risse im Mehl zeigen.
  2. Butter zerlassen und lauwarm abkühlen lassen. Mit den zimmerwarmen Eiern, dem Salz und dem restlichen Wasser (vorsichtig nach Bedarf untermischen) erst mit dem Kochlöffel und dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt gehen lassen, bis sich die Teigmenge in etwa verdoppelt hat.
  3. Bohnen in Salzwasser etwa 3-4 Minuten kochen, kalt abschrecken und in kleine Stücke schneiden. Ingwer und Knoblauch fein hacken, Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Dill ebenfalls hacken.
  4. Alle Zutaten für die Füllung vermischen und mit Salz und ggf. noch etwas Sojasauce und Sesamöl kräftig abschmecken, hart an der Grenze zum Überwürzen. Die Masse sollte sehr weich sein (jedenfalls deutlich weicher als eine Masse für bspw. Frikadellen) und intensiv duften.
  5. Vom Teig Nocken abknipsen und mit den Fingern leicht rund auseinanderziehen. Mit je einem gut gehäuften TL der Füllung belegen. Die Teigränder vorsichtig über die Füllung ziehen und oben leicht zusammendrehen und andrücken. Das braucht etwas Übung, aber je mehr Füllung man in jeden Baozi packt, desto leckerer schmeckt er hinterher.
  6. Eine (am besten beschichtete Pfanne) erhitzen und die Baozi mit der zugedrehten Seite nach oben zwei bis drei Minuten in heißem Öl anbraten bis sie unten eine goldbraune Kruste bekommen haben.
  7. 300ml heißes Wasser vorsichtig angießen, Deckel aufsetzen und in etwa eine halbe Stunde auf mittlerer Hitze köcheln lassen bis das Wasser verdampft ist. Dazwischen den Deckel nach Möglichkeit nicht anheben, weil sonst der Dampf entweicht.

Die Baozi schmecken grundsätzlich sowohl warm aus der Pfanne als auch kalt noch sehr gut. Allerdings ist die Kruste am Boden am nächsten Tag nicht mehr so schön.

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6 Kommentare zu “生煎包

    • Ist es quasi auch :-) Als vegetarische Variante kann ich eine Mischung aus Tofu, Glasnudeln und Kimchi sehr empfehlen, falls du gerne scharf ist. Ansonsten kannst du statt Hackfleisch aber auch gebratenes Ei nehmen, das funktioniert auch ziemlich gut. Evtl. musst du dann nur die Flüssigkeitsmenge etwas anpassen, damit es nicht zu trocken wird.

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  1. Pingback: China: Baozi nach Shanghaier Art | Cooking around the world

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