Mais – Chowder

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Es gibt nur wenige Dinge in meiner Gemüsekiste, die mich vor ein leichtes Kochproblem stellen: Pastinaken, Rübchen, Topinambur – mittlerweile alles kein Problem mehr. Eine Ausnahme bleibt: Mais. Dabei esse ich ihn eigentlich ganz gerne – leider ist nur mein Rezept-Repertoire gelinde gesagt beschränkt. Und zwar auf exakt zwei Gerichte: Chili con Carne und Maiskolben mit Gewürz- oder Kräuterbutter. Beides sehr lecker, kann ich aber nicht dauernd essen.

Auch eine weitere Rezeptsuche gestaltete sich als etwas schwierig – wenn überhaupt wurde meistens Dosenmais verwendet, und der dann auch noch eher stiefmütterlich behandelt. Abhilfe hat schließlich eine Ausgabe von Essen und Trinken geschaffen, in der ich ein Rezept für eine sogenannte Mais-Chowder gefunden habe. Eine – so wurde ich belehrt – Abwandlung der amerikanischen Cremesuppe Clam Chowder mit asiatischer Note. Von der asiatischen Note war zwar im Rezept weit und breit nichts zu sehen (keine Ahnung, wo die angeblich herkommen soll), aber ausprobieren wollte ich es trotzdem. Ich hatte das Rezept vor dem Kochen nur leicht überflogen (so begeistert war ich endlich ein Rezept mit Mais-Schwerpunkt gefunden zu haben) und war daher dann doch über die Konsistenz und den Suppencharakter etwas überrascht. Wenn man etwas fies sein wollte, könnte man auch sagen es handele sich um eine stark verdünnte Bechamel. Nun habe ich grundsätzlich überhaupt nichts gegen Bechamel, finde nur sie braucht ein gewisses Gegengewicht um nicht völlig ins Cremesuppen-Niemansland abzurutschen.

Von daher war es auch überhaupt nicht schlimm, dass ich den eigentlich für die Pilze zu verwendenden Salbei vergessen hatte (meine Salbeipflanzen weilen nach meinem Urlaub immer noch im Büro). Ich habe kurzerhand mit etwas Raz el Hanout gewürzt, was der Suppe sehr gut getan hat. Ich kann mir die Chowder auch ehrlich gesagt nur schwer mit Salbei vorstellen, da mir dann das Gegengewicht fehlen würde. Aus diesem Grund habe ich auch noch eine (zugegebenermaßen recht ordentliche) Prise Piment d’Espelettes mitverwendet.

Und wie schmeckt sie jetzt? Dank Raz el Hanout und Chili schön intensiv, durch den Mais leicht süß, durch Milch und Sahne cremig. Eigentlich ist es eine klassische Schlecht-Wetter-Winter-Suppe geworden. Das nächste Mal würde ich aber vermutlich doch statt der Milch auf Brühe zurückgreifen, dann ist sie nicht mehr ganz so schwer.

Für 2-3 Personen:

  • 2 Maiskolben
  • 1 Stange Lauch (im Original zusätzlich Staudensellerie, den ich nicht mag und daher weggelassen habe)
  • 2 Kartoffeln
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 5 Pimentkörner
  • Salz und Pfeffer
  • 1/4 l Weißwein
  • 200g Sahne
  • 1/4 l Milch
  • Zitronensaft
  • 1 Prise Piment d’Espelettes
  • 250g Pilze
  • 1 EL Butterschmalz
  • Raz el Hanout
  1. Maiskörner von den Kolben schneiden, Lauch in Ringe schneiden, Kartoffeln würfeln. Alles in Butter andünsten. 1 Lorbeerblatt und zerstoßene Pimentkörner zugeben, mit Mehl bestäuben und mit Weißwein, Sahne und Milch ablöschen.
  2. Gute 40 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und etwas Piment d’Espelettes abschmecken.
  3. Pilze putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. In Butterschmalz anbraten. Mit Salz und Raz el Hanout würzen und als Einlage in die Suppe geben.
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