Die Macht der Gewohnheit – Möhrenburger

Zu Studienzeiten musste ich (fast) jeden Tag am Kölner Hauptbahnhof umsteigen. Und wenn ich mal nicht von der U-Bahn zum Zug rennen musste – was oft genug vorgekommen ist – und Zeit hatte, bin ich gerade abends nach einem langen Vorlesungstag und mit hungrigem Magen nur allzu oft der Versuchung des günstig gelegenen Ladens mit dem großen M erlegen. Nun ist das mittlerweile eine ganze Weile her und damit auch mein letzter Besuch in besagtem Laden.

Vor ein paar Monaten war ich dann nochmal abends in Kölle unterwegs, der Magen leer, die eigene Küche weit weg, und weit und breit nichts anderes schnell zu essendes in Sicht. Also nochmal rein. Und ich war ziemlich erschrocken wie besch… es doch schmeckt. Dass das kein Gourmettempel ist und mit richtigem Essen nicht wahnsinnig viel zu tun hat, war mir schon vorher klar. Und auch so richtig lecker fand ich das Zeugs ja nie – aber das man sich an schlechten Geschmack offensichtlich so gewöhnen kann, war mir dann in diesem Ausmaß doch neu. Einziger Lichtblick: Glücklicherweise kann man sich offenbar auch durch Entzug wieder entwöhnen ;-)

Was ich trotz dieser Erfahrung nach wie vor aber durchaus gerne esse, sind Burger in nahezu allen Variationen. Und da ich das Rezept für die Möhren-Frikadellen schon mehrmals ausprobiert (die sind im übrigen auch solo mit einem Joghurt-Dip und Kartoffelpüree sehr lecker) und noch Möhren zu Hause hatte, habe ich kurzerhand beschlossen eben einen Möhren-Burger draus zu machen. Die Struktur ist dabei ein bisschen anders als bei einem „klassischen“ Burger mit Hackfleisch, weil die Möhren-Frikadellen natürlich im Verhältnis deutlich weicher sind. Ich fand das aber sogar eher angenehm, weil die reinen Hack-Patties mir manchmal in ihrer Konsistenz ein bisschen zu „gummiartig“ sind. Hier kommt das Rezept.

Für 4 Burger:

Für die Möhren-Frikadellen:

  • 2 große Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Ei
  • 3 EL Haferflocken
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 1 Hand voll geriebener oder zerbröselter Käse (in meinem Fall Cheddar, ich  habe es aber auch schon mit Feta gemacht)
  • Salz
  • Paprika
  • Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • Koriander
  • Öl zum Braten

Für die Burger und die Sauce:

  • 1/2 Becher (100g) Saure Sahne
  • 2 gehäufte TL süßer Senf
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • Zitronensaft
  • Sahne-Meerretich
  • 2-3 Tomaten
  • Gurken
  • Röstzwiebeln
  • 1 Hand voll Salat
  • 4 Burger-Brötchen
  1. Möhren raspeln, Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln.
  2. Alles mit Ei, Haferflocken und Semmelbröseln sowie dem Käse vermengen. Kräftig würzen. Einige Minuten durchziehen lassen, damit die Haferflocken und Semmelbrösel Zeit haben etwas von der Flüssigkeit aufzunehmen. Wenn die Masse noch zu feucht sein sollte mit etwas mehr Semmelbröseln nachjustieren.
  3. Flache Frikadellen formen und vorsichtig und langsam in heißem Öl anbraten, bis sie schön gebräunt und außen knusprig sind. Auf keinen Fall dabei viel hin und her bewegen oder zu früh wenden, sonst fallen sie auseinander!
  4. Saure Sahne, Senf, Zucker, Salz, Pfeffer und Zitrone verrühren und sehr würzig abschmecken.
  5. Burger Brötchen mit etwas Sahne-Meerrettich einstreichen. Mit den übrigen Zutaten und der Sauren-Sahne–Sauce belegen.
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5 Kommentare zu “Die Macht der Gewohnheit – Möhrenburger

  1. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zum letzten Mal bei Mäkkes war. ;-) Und ich finde bereits den Geruch absolut widerwärtig, wenn Menschen in der Bahn Burger essen. Ich glaube, inzwischen würde ich bei der Wahl Burger oder Hunger den Hunger wählen…
    Deine Möhrenburger klingen super! Hast du dir das Rezept selbst ausgedacht?

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  2. Das finde ich jetzt aber interessant, dass du gerade DAS ansprichst. DEN Eindruck habe ich nämlich auch, dass sich der Geschmack ändert und man dann irgendwann manche Sachen nicht mehr mag. Wer weiß, vielleicht werden auch die Geschmacksnerven durch Glutamat betäubt??
    LG, Franka

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