Afrikanische Wurzeln

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Wurzelgemüse habe ich lange Zeit „nur“ zu Eintöpfen verarbeitet oder für Saucen verwendet. Aber zum einen kann man nicht den ganzen Winter gefühlt nur Eintopf essen und zum anderen ist es fast ein bisschen schade dieses Gemüse so relativ stiefmütterlich zu behandeln. Dann habe ich irgendwann mal angefangen es im Ofen zu rösten, war begeistert und seitdem wird  wird bei mir zu Hause in den Ofen geschoben, was das Zeug hält.

Eigentlich habe ich für diese Zwecke eine erprobte „Grundaromatisierung“ bestehend aus Knoblauch, etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und mediterranen Kräutern wie Rosmarin oder Thymian. Aber man (genauer gesagt ich) will ja nicht immer das gleiche essen. Also habe ich ein wenig im Gewürzschrank gewühlt, mich durch verschiedenste Pülverchen geschnuppert und beschlossen ein wenig zu experimentieren. Und so bin ich quasi in Afrika gelandet. Genau genommen müsste dieses Gericht eigentlich äthiopische Wurzeln heißen, denn ursprünglich aus Athiopien stammt die Gewürzmischung Berbere, die ich schließlich für dieses Gericht verwendet habe und die gerade mit der leichten Süße von Möhren und Pastinaken hervorragend harmoniert. Die Mischung besteht laut dem „Handbuch der Gewürze“, das kürzlich aus der Bücherei den Weg zu mir nach Hause gefunden hat, aus Chilis, Kardamom, Piment, Pfeffer, Kreuzkümmel, Koriander, Ajowan, Ingwer, Bockshornklee, Nelken, Muskat und Salz. Und genau wie dieses Füllhorn an Gewürzen es vermuten lässt schmeckt sie auch. Würzig, warm und ganz leicht scharf. Alternativ könnte man sicher auch auf Raz el Hanout zurückgreifen, das allerdings durch den Zimt eine noch etwas wärmere Note hat.

Und weil ich würztechnisch ohnehin gerade kosmopolitisch unterwegs war, habe ich zu den Wurzeln kurzerhand noch einen Currydip gemacht, der schön frisch ist und gleichzeitig noch ein wenig Schärfe mitbringt. Dazu ein Salat und fertig!

Für 2 Portionen:

Für das Ofengemüse:

  • 300g Pastinaken
  • 3 große Möhren
  • 1 Hand voll Kirschtomaten
  • 6 Knoblauchzehen
  • 1 gehäufter TL Berbere
  • Salz
  • Neutrales Öl

Für den Dip:

  • 200g griechischer Joghurt
  • 1 EL Curry
  • 1 kleiner Apfel
  • Salz
  • Zitronensaft
  1. Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
  2. Pastinaken und Möhren schälen, vierteln bzw. halbieren und in etwa 1,5 cm große Stücke schneiden. Knoblauchzehen schälen, andrücken, mit Berbere und einer guten Prise Salz zugeben und mit nicht zu wenig Öl (3-4 EL) in einer ofenfesten Form gut durchmischen. Im heißen Ofen 50 Minuten backen.
  3. 15 Minuten vor Ende der Garzeit die Kirschtomaten halbieren und zugeben.
  4. Für den Dip Joghurt und Currypulver glattrühren. Einen kleinen Apfel schälen und dazu reiben. Mit Salz und wenig Zitronensaft abschmecken. Zu dem Wurzelgemüse reichen.
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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. evazins sagt:

    Das ist, bis auf den Curry-Dip – sehr gute Idee! – mein Standart Not Klassiker. :-)

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    1. Tring sagt:

      Ofengemüse geht immer ;-) Magst du kein Curry?

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  2. mangoseele sagt:

    Berbere kannte ich bisher noch nicht. Hast du die genaue Zusammensetzung der Mischung? Liebe Grüße Melanie

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    1. Tring sagt:

      Ich bin auch eher zufällig darauf gestoßen. Ich habe hier ein Rezept für eine Mischung für 50g bestehend aus:
      10 getrockneten Chilis, 8 Kapseln weißer Kardamom, 1TL Kreuzkümmelsamen, 1 TL Koriandersamen, 1 TL Bockshornkleesamen, 8 Nelken, 1 TL Pimentkörner, 2 TL schwarze Pfefferkörner, 1 TL Ajowansamen (alternativ Thymian), 1 TL gemahlener Ingwer, 1/2 TL geriebener Muskat, 2 EL Salz.
      Die Samen/Körner werden geröstet, die Kardamomkapseln aufgestoßen und dann alles vermörsert.
      Liebe Grüße,
      Tring

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  3. marco sagt:

    Berbere ist eine tolle Gewürzmischung, welche ich von Zeit zu Zeit in kleinen Mengen auch gerne selber zubereite! Als ich dein Foto zum Post gesehen habe (und dazu noch den Titel gelesen), da dachte ich zunächst es handelt sich um frittierten Yams. Kennst du das? Habe ich damals in Ghana beinahe täglich verzehrt und erinnert mich gerne wieder wehmütig an diese tolle Zeit dort!

    Aber mit Pastinaken schmeckt das bestimmt auch wunderbar! Und zeitgleich erinnerst du mich eben daran, dass die ja gerade Saison haben und ich noch kein einziges Mal damit gekocht habe ;)

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    1. Tring sagt:

      Yams habe ich leider noch nie probiert, muss das dann aber doch bei nächster Gelegenheit mal nachholen ;-)
      Das Saisongemüse holt mich immer ganz von selbst ein – ich hab es halt in meiner Biokiste…

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