Rotkohlchips

Ich liebe Chips. Sie haben nur einen recht gravierenden Nachteil – das Zeug ist nicht gerade figurfreundlich. Und da ich es im Gegensatz zu anderen Leuten nicht schaffe, nur eine Hand voll Chips zu essen und die Tüte dann wieder schön wegzupacken (wie die das machen ist mir ein Rätsel) steht das Thema Gemüsechips schon etwas länger auf meiner imaginären „Will-Ausprobieren – Kochagenda“. Gemüse im Ofen getrocknet klingt doch ziemlich gesund, oder? Und mit den richtigen Aromaten dabei müsste die Sache auch recht lecker werden!

Das Ganze hat nur einen Haken, nein eigentlich zwei: Zeit und Energie. In den Rezepten, die ich für Gemüsechips aller Art gefunden habe, wird das Gemüse zwischen 6 und 9 Stunden im Ofen getrocknet. Bei einen Spalt weit geöffneter Ofentür versteht sich. Also objektiv betrachtet schon eine ziemliche Energieverschwendung. Aber einmal ausprobieren musste dann doch sein und so habe ich mich mit einem noch zu verwertenden Rotkohl an die Arbeit gemacht. In vielen Rezepten wird das Gemüse in eine Art Paste getunkt bevor es gebacken wird. Ich habe darauf verzichtet und Knoblauch, Tomaten und Gewürze lediglich so mit den Gemüsestücken vermengt. Aroma-technisch hat das gut funktioniert, allerdings bleibt natürlich so ein Teil der Gewürze in getrocknetem Zustand nicht an den Chips haften. Wen das stört, der sollte die Aromaten doch mit bspw. ein paar Nüssen pürieren und das Gemüse damit vor dem Trocknen überziehen.

Und wie schmeckt es jetzt? Ich muss ganz ehrlich sagen, die ersten Bissen haben mich etwas enttäuscht. Den Crunch von richtigen Chips bekommt man natürlich nur durch Trocknen mit dem Gemüse nicht hin. Was einen aber regelrecht süchtig nach dem Zeug machen kann ist die Geschmacksintensität, die wirklich enorm ist. Trotzdem wird es vermutlich bei dem einen Versuch bleiben – für mich geht die Bilanz von Energie zur Ausbeute (eine kleine Schale voll ist es geworden) einfach nicht wirklich auf.

Für 1 kleine Schüssel:

  • 1 Kopf Rotkohl
  • 120g getrocknete Tomaten in Öl
  • 4 Knoblauchzehen
  • Salz
  • 2 Prisen Piment d’Espelettes
  1. Rotkohl in mundgerechten Stücken von den Blattrippen zupfen. Knoblauch und getrocknete Tomaten sehr fein würfeln und untermischen. Mit Salz und Piment d’Espelettes würzig abschmecken.
  2. Auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und bei leicht geöffneter Ofentür (Handtuch oder Kochlöffel dazwischen klemmen) bei 75 Grad Umluft etwa 7-8 Stunden trocknen lassen.
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Ein Kommentar zu “Rotkohlchips

  1. Das ist interessant! Ich habe einen Dörrapparat und früher mal Gemüse darauf getrocknet. Die Hoffnung war eine sommerliche Zucchinischwemme einzudämmen. Die Zucchini-Chips wurden aber wieder weich nach einigen Tagen…
    Ich werde im Sommer wieder Versuche starten, denke ich!
    Liebe Grüße
    Cheriechen

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