Möhren-Kartoffelpuffer mit Berbere und Schafskäsedip

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Frohes Neues erstmal! 新年快乐!Nein, ich habe nicht Sylvester verschlafen, aber heute ist das chinesische Neujahrsfest, das sich nach dem Mondkalender richtet und daher jedes Jahr ein wenig versetzt ungefähr in die Zeit Ende Januar/Anfang Februar fällt. Somit beginnt also heute offiziell das Jahr des Pferdes.

Wer die Zeit schon mal in China erlebt hat weiß, dass dort jetzt die Hölle los ist. Kurz vorher ist das ganze Land in Bewegung. Zug- und Bustickets sind schon Ewigkeiten vorher vergriffen und wer mit Müh und Not noch einen Stehplatz ergattert hat, braucht sich keinerlei Sorgen zu machen, dass er bei einer etwas abrupteren Bremsung des Zuges umfallen könnte. Es ist schlicht unmöglich. Ist man dann heil am Zielort (üblicherweise die Familie) angekommen (oder war so weise ganz zu Hause zu bleiben) gleicht allerdings jedes vor die Tür treten einem kleinen Spiesrutenlauf. Denn seit vor ein paar Jahren zu Neujahr das Feuerwerk in den Städten wieder erlaubt wurde, wird davon ausgiebig Gebrauch gemacht. Seitdem ist mir auch absolut klar woher der Name Chinaböller kommt, denn in solcher Masse und Lautstärke wie dort habe ich die Dinger sonst noch nirgendwo gesehen.

Eigentlich werden zum chinesischen Neujahrsfest traditionell Jiaozi gegessen oder auch Nianjian, eine Art Wurst aus Reismehl, die dann in Scheiben geschnitten weiter verarbeitet wird. Da ich aber dieses Jahr am Neujahrsabend mit einer ganzen Horde chinesischer Freunde zum Essen verabredet bin, müssen Jiaozi und Nianjian diesmal etwas warten. Dafür gab es gestern ganz profane Puffer aus Möhren und Kartoffeln bei denen ich ein bisschen mit Berbere – einer ursprünglich aus Äthiopien stammenden Gewürzmischung experimentiert habe. Durchaus erfolgreich wie ich finde ;-)

Dazu gab es einen einfachen Dip aus Schafskäse und Saurer Sahne, den ich sehr säuerlich abgeschmeckt habe und der dadurch einen super Kontrast zu den durch die Möhren eher süßlichen Puffern bildet.

Für 2 Personen:

Für die Puffer:

  • 500g Möhren
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 2-3 EL Mehl
  • 1 Ei
  • 2 TL Berbere
  • Salz und etwas Pfeffer
  • Fett zum Ausbacken

Für den Dip:

  • 1 Becher (200g) Saure Sahne oder Creme Fraiche
  • 100g Schafskäse
  • Zitronensaft (etwa 2-3 EL)
  • 1 Prise Piment d’Espelettes
  1. Möhren und Kartoffeln schälen und grob raspeln. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und zugeben. Mit dem Ei, Semmelbröseln und Mehl vermischen und mit den Gewürzen abschmecken.
  2. Das Fett in einer Pfanne erhitzen (wenn man Butter nimmt etwas Öl zugeben). Jeweils einen gut gehäuften Esslöffel der Masse ins heiße Fett setzen und flach drücken. Von beiden Seiten knusprig ausbraten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  3. In der Zwischenzeit den Schafskäse zerbröseln und mit der sauren Sahne zu einer gleichmäßigen Creme verrühren. Mit Zitronensaft und Piment d’Espelettes abschmecken und zu den Puffern reichen.
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. evazins sagt:

    Ein frohes neues dir auch, wahrscheinlich bist du schon unterwegs in der hier nicht so vollen Bahn. ;-) Aber gestärkt mit den leckeren Puffern wäre sicher auch das kein Problem. Bei uns gibt es heute wieder einmal Taschen, also, Mandu und danach, wenn ich das Diseaster mit dem Biskuit verdaut habe, geht’s weiter mit der Tortenproduktion. Schönes Wochenende!

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  2. marco sagt:

    Eine gelungene Idee, die Puffer mit Berbere aufzumöbeln, das werde ich mir merken. Das Gewürz kommt bei mir leider viel zu selten zum Einsatz, obwohl ich es eigentlich recht gut mag! Der Schafskäsedip dazu passt sicherlich auch hervorragend!

    Und Jiaozi stehen schon seit Urzeiten auf meiner Nachkochliste! Einer meiner Neujahrs-Vorsätze :)

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    1. Tring sagt:

      Danke ;-) Man (oder zumindest ich) greift halt oft einfach instinktiv dann doch zu den selben Gewürzvarianten – dabei habe ich das ganze Zeug im Schrank stehen. Um es nur drei Mal im Jahr zu verwenden ist Berbere, Raz el Hanout und co aber ja eigentlich viel zu schade.
      Die Puffer brauchen auf jeden Fall irgendwas salzig, frisch, säuerliches als Kontrast, weil Möhren und Berbere relativ „warm“ schmecken. Ein säuerlich abgeschmeckter Salat würde statt dem Schafskäse vermutlich genauso funktionieren, aber ich hatte ihn halt noch da ;-)

      Mit den Jiaozi ist das so ein Sache. Ich esse sie wahnsinnig gerne, aber sie machen halt auch eine Menge Arbeit, so dass sich das eigentlich nur für und mit mehreren lohnt. Mit 1-2 Leuten zum Teig ausrollen und nochmal 1-2 zum Füllen geht es dann ganz gut. Ich werde ganz uneigennützig versuchen, dass für unser nächstes Kochgruppentreffen mal auf die Agenda zu setzen ;-)

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  3. Cheriechen sagt:

    Glückliches neues Jahr! Eine schöne Alternative zu einem Pferde-Rezept..
    Puffer schmecken immer, diese vegetarische Variante gefällt mir gut!
    Liebe Grüße
    Cheriechen

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    1. Tring sagt:

      谢谢阿! Die Pferderezepte werden sich vermutlich so schnell auf diesem Blog nicht finden. Ich wüsste auch gar nicht, wo hier die nächste Pferdemetzgerei wäre… Da muss man wohl wieder warten bis die nächste Billig-Tiefkühllasagnen-Welle die Runde macht… ;-)
      Puffer gehen in der Tat immer – vor allem finde ich die eine gute Verarbeitungsalternative für das Wurzelgemüse, das ich im Moment andauernd in meiner Öko-Kiste habe. Jede Woche Suppe oder Ofen-Wurzelgemüse wird dann doch irgendwann langweilig…
      Liebe Grüße, Tring

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