Scharfe Niangao auf koreanisch

Dieses Gericht hat eigentlich auch einen richtigen koreanischen Namen. Leider kann ich diesen weder aussprechen noch mir jemals merken wie er – auf koreanisch oder in lateinischer Umschrift – geschrieben wird. Also müsst ihr mit der chinesisch-deutschen Variante Vorlieb nehmen ;-)

Bei Niangao handelt es sich eigentlich schnöde gesagt um eine Art Reis-Wurst. Also ein wurstähnliches Gebilde aus Reismehl. Ich war in Korea einmal Zeuge des Herstellungsprozesses in der lokalen Reismehlwurstmanufaktur. Fragt mich nicht, wie sich das Zeug genau zusammensetzt oder wie es zusammenhält (den koreanischen Ausführungen konnte ich leider nicht so wirklich folgen), jedenfalls wird das Reismehlwassergemisch durch eine Mischung aus Presse und Fleischwolf gejagt und kommt hinterher in Form von langen dünnen Reismehlwürsten wieder zum Vorschein. Frisch haben sie eine etwas gummiartige Konsistenz , einerseits weich andererseits mit noch etwas Biss, aber man kann sie auch leicht angetrocknet oder komplett getrocknet kaufen. Im letzteren Fall müssen sie vor der Verwendung in etwas heißem Wasser eingeweicht werden.

Während Niangao in (Süd-)China meist in Scheiben geschnitten und mit viel Gemüse im Wok gegart werden, werden sie in Korea – wie könnte es anders sein – vorzugsweise in Gochujang, also der koreanischen Chilipaste gebadet. Für beide Zubereitungen eignen sie sich hervorragend, weil sie ähnlich wie Reisnudeln oder Tofu keinen großen Eigengeschmack haben, dafür aber Gewürze umso besser annehmen.

Die letzten Niangao koreanischer Art habe ich auch tatsächlich in Korea gegessen, was nun schon einige Jahre zurückliegt. Insofern wurde es Zeit diesen koreanisch-niangaolosen Zustand zu ändern. Folglich habe ich, als ich vor kurzem eine größere Packung in einem Asialaden entdeckt habe, zugeschlagen. Das Rezept habe ich bei Pinterest gefunden (hier der Link zum Original) und ein bisschen angepasst, weil ich bspw. keinen Fishcake bekommen habe. Das Gericht ist in der jetzigen Form ordentlich scharf – wer also empfindlich ist, sollte die Chilipaste also gegebenenfalls um mindestens die Hälfte reduzieren ;-)

Für 2-3 Portionen:

  • 250g Niangao (ich habe die leicht angetrocknete Medium-Variante aus dem Kühlregal genommen)
  • 1/2 Chinakohl
  • 2-3 EL Gochujang (koreanische Chilipaste)
  • 2 EL Zucker
  • 2 TL Sojasauce
  • 400 ml Wasser
  • Fischsauce nach Belieben (sonst mehr Sojasauce)
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Sesam
  • Sesamöl (etwa 1-2 EL)
  1. Aus Wasser, Chilipaste, Zucker und Sojasauce in einem weiten Topf oder einer etwas tieferen Pfanne eine Sauce ansetzen. Aufkochen und die Niangao hineingeben. 10 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen.
  2. Den Chinakohl in schmale Streifen schneiden und untermischen. Vorsichtig unterheben und weitere 4-5 Minuten auf keiner Hitze köcheln lassen, dabei häufiger Umrühren, damit nichts am Pfannenboden festklebt. Gegebenenfalls noch etwas Wasser zugeben. Zum Schluss sollte eine relativ sämige und keinesfalls zu flüssige Sauce übrig bleiben.
  3. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Niangao mit Fischsauce, Zucker, Salz und ggf. noch etwas Gochujang abschmecken. Auf Tellern verteilen und mit etwas Frühlingszwiebeln, Sesam und Sesamöl beträufelt servieren.
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5 Kommentare zu “Scharfe Niangao auf koreanisch

  1. Habenwill!! Die gibt’s doch sicher auch in unserem Asia-Laden. :-)
    In meinem „Korea-Kochbuch“ steht, dass die Reiskuchen Tteok heißen, aus Reis, Klebreis, Kartoffelmehl oder auch anderem Getreide hergestellt werden und dass die Zubereitungsart mit scharfer Sauce Tteokbokki und die Art des dafür benötigten Reiskuchens Tteokbokki Tteok. Aber frag mich nicht, wie man das ausspricht. ;-)

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    • Ah ja, genau Tteokbokki heißt das auf koreanisch – kann ich im Leben nicht aussprechen ;-) Wenn du einen größeren Asialaden bei dir in der Nähe hast, müssten die das eigentlich haben. Bei mir in Koblenz hatten sie es nicht, ich bin erst in Köln bei meiner Asia-Markt-Großshoppingtour fündig geworden ;-p

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  2. Reiswurst :) Hört sich seltsam an und schaut irgendwie auch so aus ;) Aber für solche Dinge habe ich ja ein Faible! Beim nächsten Besuch im Asiashop (und der kommt meist schneller als man denkt!) werde ich danach mal Ausschau halten!

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    • Man sieht sie hier auch wirklich relativ selten. Und sie stehen auch nicht oft auf Speisekarten. Ich habe einmal bei einem sehr autentischen China-Imbiss in Köln (ni hao) welche auf chinesische Art gegessen. Die koreanische Variante habe ich bis jetzt hier noch nirgendwo gesehen…

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