Kalter Seidentofu

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Noch so eins meiner chinesischen Lieblingsrezepte. Leider gibt es das viel zu selten bei mir, weil der dafür benötigte Seidentofu in „meinem“ Asialaden bislang leider nicht verkauft wird. Vor kurzem war ich aber in Köln und habe da direkt zugeschlagen.

Im Gegensatz zu normalem Tofu hat Seidentofu eine sehr weiche Konsistenz und ist gerade noch so schnittfest. Er schmeckt nur ganz leicht nach Sojabohne und eignet sich daher hervorragend um mit kräftigen Aromen kombiniert zu werden. In diesem Fall kommen jede Menge Koriander, Frühlingszwiebeln und Chili dazu. Gewürzt wird außerdem mit Sojasauce und Sesamöl. Im Original kenne ich das Gericht zusätzlich mit ein paar wenigen Scheiben hauchdünn aufgeschnittenen sogenannten 1000jährigen Eiern (in dem Fall meist Wachteleier). Die Eier werden dafür in einer Lehmschicht verbuddelt wo sie fermentieren und eine dunkle, fast schwarze Farbe, eine geleeartige Konsistenz und einen fast schon scharfen Geschmack (ähnlich dem von sehr intensivem Käse) annehmen. Für viele hat die Vorstellung rohe vergorene Eier zu essen etwas abschreckendes. Aber wenn man sich es recht überlegt ist Käse ja auch nichts anderes als vergorene Milch… Ich konnte allerdings leider hier keine 1000jährigen Eier auftreiben und musste mich daher mit diesem Grundrezept  nach „Culina Asia“ begnügen, das ich nur leicht nach meinem Geschmack abgewandelt habe.

Der kalte Tofu wird kurz vor dem Servieren noch mal mit richtig heißem Öl übergossen, was den Geschmack noch einmal intensiviert. Trotzdem bleibt es ein kaltes Gericht, das eigentlich eine ideale Vorspeise (oder eins von mehreren Gerichten) in einem chinesischen Essen darstellt. Probiert’s mal aus!

Für 2- 4 Vorspeisenportionen:

  • 250g Seidentofu (wichtig! Keinen normalen festen Tofu nehmen)
  • 4 TL Sojasauce
  • 1/2 Chili
  • 2 EL gehackter Koriander
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 40ml neutrales Öl
  • 2 TL Sesamöl
  1. Den Tofu abtropfen lassen und in etwa 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Auf einer Platte anrichten.
  2. Frühlingszwiebeln und Chili in feine Ringe schneiden, Koriander grob hacken und alles auf dem Tofu verteilen. Mit der Sojasauce und dem Sesamöl beträufeln.
  3. Das restliche Öl sehr heiß erhitzen und über den Tofu gießen.
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10 Kommentare Gib deinen ab

  1. evazins sagt:

    Sehr schönes Rezept. Da werde ich doch glatt mal losziehen, Seidentofu gibt’s hier zum Glück selbst bei Alnatura. :-)
    Und die 1000 jährigen Eier? Hm, noch nie probiert. Mich würde einfach die Farbe schrecken, aber probieren würde ich schon.

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    1. Tring sagt:

      Das ist halt der Vorteil einer Großstadt… Wenn du die 1000jährigen Eier mit verwendest, würde ich die Menge an Sojasauce etwas reduzieren. Und nur wenig Ei verwenden und das hauchdünn aufschneiden, so dass man fast schon durchgucken kann :-)

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  2. Susanne sagt:

    Das ist was für mich.
    Die 1000jährigen Eier könnte ich bestimmt auftreiben. Komisch…Eigentlich traue ich mich so ziemlich an alles ran, aber da habe ich Muffensausen….

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    1. Tring sagt:

      Ja, wenn man Ei und nicht mehr taufrisch hört hat man automatisch eine etwas ungesunde Vorstellung von dem Ganzen. Ist aber absolut unproblematisch :-)

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  3. Seidentofu hab ich auch noch nirgendwo gesehen.
    Wenn ich ihn mal erwisch, werde ich das mal ausprobieren.

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  4. Toettchen sagt:

    Hast Du es einmal beim Vietnamesen im ehemaligen Großmarkt in Krefeld versucht? Ich kaufe dort des öfteren ein und finde Lebensmittel, die ich sonst lange suchen muss. (Z.B. frische Soba Nudeln)

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    1. Tring sagt:

      Nein, das ist auch leider von mir aus doch noch ein Stückchen weit weg ;-) In Köln findet man sowas auch eigentlich immer, ich habe es nur blöderweise beim Tofukaufen vergessen und bin dann in Koblenz nicht mehr fündig geworden :-)

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  5. Das Rezept hört sich lecker an! Ich habe bisher Seidentofu oft für veganen Käsekuchen verwendet, aber noch nicht „pur“ gegessen – das werde ich nun mal probieren ;-)

    Liebe Grüsse,
    Franziska vom Have a Try- Blog

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    1. Tring sagt:

      Im Kuchen kann ich mir den Tofu ehrlich gesagt noch nicht so wirklich vorstellen. Andererseits wird er in China auch oft einfach mit ein bisschen Sirup oder Honig süß gegessen. Insofern passts dann wieder ;-)

      Liebe Grüße,
      Tring

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      1. Hallo Tring!
        Weil er so „zart“ auch im Geschmack ist fällt es im Kuchen überhaupt nicht negativ auf, und dort kommt auch Agavensirup noch hinzu, genau wie du auch schon schreibst. Schmecken tut er auf jeden Fall sehr lecker ;-)

        Hier ist der Link dazu: http://haveatryblog.wordpress.com/2014/02/25/mein-lieblings-kasekuchen-vegan/

        Liebe Grüße und einen schönen Tag!
        Franziska

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