Brokkoli-Lauch-Quiche revisited

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Wann immer ich Brokkoli und Lauch zusammen im Haus hatte wurden sie bisher mit schöner Regelmäßigkeit zu dieser Quiche nach einem Rezept von einem gewissen Herrn Ottolenghi verarbeitet. Die Quiche gehört zu den Dingen, die ich (fast) immer essen könnte – das Rezept hat nur einen Nachteil: Man braucht Gorgonzola.

Nun ist es zwar nicht so, dass ich den überhaupt nicht mag (ich habe ihn sogar durch das ursprüngliche Rezept ein bisschen für mich entdeckt), allerdings wird er bei mir ausschließlich zum Kochen verwendet. So weit, dass ich ihn direkt aufs Brot essen würde, geht die Liebe dann doch nicht, dafür ist er mir zu penetrant. Das führt wiederum dazu, dass ich gelegentlich extra für diese Quiche Gorgonzola einkaufe, dessen Reste dann relativ lange im Kühlschrank vor sich hindümpeln, weil ich keine rechte Verwendung für sie habe.

Nun hatte ich auch diesmal Lauch und Brokkoli im Haus und wollte diese Quiche essen – allerdings ohne das leidige Gorgonzola-Rumdümpel-Nachspiel. Also habe ich kurzerhand das Rezept zu dieser neuen Version abgewandelt, von der ich einfach mal behaupte, dass sie genauso lecker schmeckt. Statt des Gorgonzolas habe ich Ziegenfrischkäse verwendet und auch dem Lauch eine etwas andere Würzung mit scharfer türkischer Paprikapaste, Schwarzkümmel und Sesamöl sowie Jiucai (韭菜, gibt es in gut sortierten Asialäden – ansonsten kann man auf einen dicken Bund Schnittlauch und etwas Knoblauch ausweichen) verpasst. Im Nachhinein würde ich das ganze vielleicht noch um ein wenig Kreuzkümmel und Koriander ergänzen.

Beim Blätterteig war ich diesmal ein wenig sparsamer und bin mit einer Packung ausgekommen, weil ich den Deckel zur Quiche aus einzelnen Randstücken zusammengesetzt habe. Das sieht zugegebenermaßen nicht ganz so schön aus, funktioniert aber auch und man hat keine Reste. Ein wenig abgekühlt lässt sich die Quiche gut anschneiden und ist daher auch ziemlich gut zum Mitnehmen geeignet. Die Reste gab es heute kalt zum Mittagessen ;-)

 

Für eine 18er Springform:

  • 1 Paket frischer Blätterteig (230g)
  • 1 Brokkoli (ca. 500g)
  • 3 kleine/dünne Stangen Lauch
  • 100g Sahne
  • 1/2 gehäufter TL türkische scharfe Paprikapaste (alternativ Tomatenmark und etwas Chili)
  • Salz
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • 1 TL geröstetes Sesamöl
  • 1/2 Bund Jiucai (s.o., alternativ ein großer Bund Schnittlauch und 1 Knoblauchzehe)
  • 100g Ziegenfrischkäse
  • Hülsenfrüchte zum Blindbacken
  • Butter zum Anschwitzen und für die Form
  1. Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
  2. Eine 18er Springform ausfetten und mit Blätterteig auskleiden. Blätterteigreste zur späteren Verwendung (Deckel) beiseite legen.
  3. Blätterteig in der Springform mit Backpapier belegen, gut mit Hülsenfrüchten beschweren und im heißen Ofen etwa15 Minuten blind backen. Teig herausnehmen. Die Hülsenfrüchte und das Backpapier entfernen.
  4. In der Zwischenzeit den Brokkoli in Röschen (ruhig etwas größer) teilen. Den Strunk schälen und in Scheiben oder Stücke schneiden. In Salzwasser etwa 3-4 Minuten blanchieren (je nach Größe der Röschen). Gut abtropfen lassen.
  5. Lauch in Ringe schneiden. In wenig Butter 2-3 Minuten anschwitzen, Sahne unterrühren. Paprikapaste, Schwarzkümmel, Sesamöl und eine gute Prise Salz zugeben und weich köcheln lassen. Vom Herd ziehen. Jiucai fein schneiden und untermischen. Abschmecken.
  6. Den Lauch samt Flüssigkeit auf dem vorgebackenen Quichboden verteilen. Dann den Brokkoli sehr eng darauf verteilen. Dabei darauf achten, dass kaum Lücken bleiben und regelrecht in die Zwischenräume stecken. Je weniger “Luft” hier bleibt, desto besser hält der Quiche später zusammen. Leicht salzen und den Ziegenfrischkäse in Klecksen auf und zwischen dem Brokkoli verteilen.
  7. Die Blätterteigreste so oben auf dem Quiche verteilen, dass ein geschlossener Deckel entsteht. Leicht andrücken und im heißen Ofen nochmal 30 Minuten backen. Vor dem Anschneiden lauwarm abkühlen lassen.
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. evazins sagt:

    Die habe ich tatsächlich noch nie gemacht und so wie du schwärmst, muss ich das dinrgend ändern. Blätterteig hätte ich noch im TK… :-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Tring sagt:

      Die gibt’s bei mir gefühlt einmal im Monat. Ist eins meiner Lieblingsrezepte geworden ;-)

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  2. Alex sagt:

    Hallo Tring, als Du sagtest, der Rest Gorgonzola würde dann nur noch rumdümpeln, fiel mir ein Rezept ein, daß ich mal nachgekocht habe. Und es war sensationell und gar nicht mal so heftig, kalorientechnisch.
    https://heatneat.wordpress.com/2013/09/24/tortiglioni-sauce-gorgonzola-a-la-poletto/
    Außerdem schmeckt es kaum nach Gorgonzola. Sehr zu empfehlen.

    Liebe Grüße,
    Alex

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    1. Tring sagt:

      Danke dir, das Rezept werde ich mir für den nächsten Gorgonzola -Rest merken. Das hört sich nach einer unkomplizierten und leckeren Pasta -Alternative an!

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  3. marco sagt:

    Gut gekocht! Deine Abwandlung gefällt mir ;)

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