Vegetarische Kohlrouladen mit Linsen-Kartoffel-Füllung

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Diese Kohlrouladen sind keine Schönheiten – nein, das sind sie ganz und gar nicht. Ich habe sogar schon überlegt, ob sie das nächste Mal – rein der Optik halber – nicht ein paar Paprikastücke in der Füllung vertragen könnten. Die optischen Mängel werden allerdings durch die geschmacklichen Vorzüge mehr als aufgewogen und deshalb halte sie ich euch hier trotzdem vor die Nase ;-)

Ich habe glaube ich schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass bei mir Kohl größtenteils zu Kohlrouladen verarbeitet wird. Das ist zwar sehr lecker, aber da ich in 99%der Fälle bisher eine mehr oder weniger fleischlastige Füllung verwendet habe auch eine relativ mächtige Angelegenheit. Also eigentlich nichts, womit man sich abends vor dem Schlafengehen noch unbedingt belasten möchte… also bin ich schon quasi seit Ewigkeiten auf der Suche nach einer wirklich leckeren vegetarischen Alternative. Immer wieder bin ich dabei über Kartoffelfüllungen gestolpert, was bisher in jeglichen Versuchen meinerseits doch nur damit geendet hat, dass mir die Füllung beim Schmoren entweder komplett weggeflossen (quasi Kohlblätter mit Kartoffelsauce) oder zumindest völlig zermatscht ist.

Aber ich bin ja nicht so und habe der Kartoffel nochmal eine Chance gegeben, sozusagen einen letzten Rehabilitationsversuch. Und es geht tatsächlich ohne wegfließen. Allerdings ist die Füllung trotz schmoren im Backofen bei minimalstem Wassereinsatz immer noch relativ weich. Ideen, wie man sie ein wenig kompakter bekommen könnte sind gerne gesehen ;-)

Ein absoluter Volltreffer (eigentlich ein bisschen wider Erwarten) war allerdings ein anderer Bestandteil der Füllung: Die Linsen. Manchmal tut man ja beim Kochen die erstaunlichsten Dinge. Man packt Zutaten zusammen in eine Füllung, von denen man sich nicht so 100%ig sicher ist, dass sie wirklich schmecken werden – einfach der Neugierde halber und weil man sie irgendwann mal in einem anderen Kontext (Rezept) zusammen gesehen bzw. gegessen hat. Davon abgesehen sollten es eigentlich rote Linsen werden und keine normalen Tellerlinsen. Aber wie das mit den Untiefen in Vorratsschränken so ist, hat sich diesmal herausgestellt, dass ich zwar mindestens 3 verschiedene Sorten Linsen im Haus habe, allerdings keine roten (dabei war ich mir soooo sicher)… also Tellerlinsen. Im Nachhinein hat sich das als Glückstreffer erwiesen, weil die Tellerlinsen im Gegensatz zu ihren roten Kollegen einen gewissen Biss behalten, der sich in der Füllung ausgezeichnet macht. Berg- oder Belugalinsen würden aber sicherlich genauso funktionieren und wären die etwas feinere Variante.

Davon abgesehen habe ich der Füllung eine Würzung ähnlich einem klassischen Couscous verpasst: Koriander, Kreuzkümmel, ein wenig Chili, Zitronensaft, Olivenöl, Granatapfelsirup, Schafskäse… was dem Couscous recht ist, ist der Kohlroulade nur billig ;-) Ein paar frische Kräuter wie Petersilie, Koriander oder Minze wären noch schön gewesen, hatte ich aber leider nicht im Haus. Das nächste Mal wird die Füllung also vielleicht in bisschen grüner, oder roter, wenn ich doch noch zur Paprikaschote greife ;-)

Für 2 Personen:

  • 1 kleiner Spitzkohl
  • 300g Kartoffeln, mehligkochend
  • 1 Kaffeetasse voll Tellerlinsen
  • 100g Feta
  • 1 Lorbeerblatt
  • Zitronensaft
  • 2-3 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Koriander
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1 Prise Blattpaprika (oder Chiliflocken, Cayennepfeffer etc.)
  • 1 TL Granatapfelsirup
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz
  1. Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen, gut abtropfen und ausdampfen lassen, stampfen.
  2. In der Zwischenzeit die Linsen in ausreichend Wasser mit dem Lorbeerblatt bissfest kochen. Gut abtropfen lassen, Lorbeerblatt entfernen.
  3. Vom Spitzkohl 6 schöne große äußere Blätter ablösen und in Salzwasser blanchieren. Ebenfalls gut abtropfen lassen, trocken tupfen, große Blattrippen flach schneiden. Restlichen Spitzkohl in sehr feine Streifen schneiden.
  4. Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
  5. Zerdrückte Kartoffeln mit den abgetropften Linsen und dem Spitzkohl mischen. Feta fein würfeln und untermischen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und ebenfalls zugeben.
  6. Die Mischung mit Salz, Olivenöl, Zitronensaft, Granatapfelsirup, Koriander, Kreuzkümmel und Chili kräftig würzen und abschmecken.
  7. Je 1/6 der Füllung in die Mitte eines Kohlblattes geben. Ränder darüber einschlagen und fest aufwickeln. Nebeneinander in eine leicht gefettete Form setzen. Wenige EL Wasser angießen. Form abdecken (Deckel oder Alufolie) und im heißen Ofen 15 Minuten backen. Dann den Deckel abnehmen und weitere 20 Minuten offen backen.

Dazu: Joghurtdip und/oder Salat.

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