Rhabarber ups and downs

Wenn auch die ersten Erdbeeren in den Läden schon erhältlich sein mögen – jetzt ist erst mal Rhabarber-Zeit! Im Überschwang habe ich beim letzten Einkauf direkt ein paar Stangen mitgenommen und auch in der letzten Gemüsekiste fanden sich ein paar. Da saß ich nun mit einem guten Kilo Rhabarber. Jetzt ist es nicht so, dass ich grundsätzlich Schwierigkeiten hätte Rhabarber irgendwie loszuwerden. Mit ein bisschen Zucker kurz geköchelt schmeckt damit schließlich ein Pudding oder Joghurt gleich nochmal so gut.

Allerdings hatte ich schon länger nicht mehr gebacken und ich war im Netz über eine sehr gut aussende und simple Rhabarbertorte gestolpert. Wie ihr seht, seht ihr aber hier keine Torte. Das hat seinen Grund, denn die hat sich leider als totaler Reinfall entpuppt: Zu viel Zucker im Biskuit, zu viel Gelatine (und auch zu viel Zucker) in der Sahne-Masse – wenn ich sie hätte fallen lassen, sie hätte vermutlich getitscht. Schlichtweg nicht zu empfehlen. Ich wollte die Rhabarber-Kuchen Episode schon ad acta legen als ich in meinem Fundus dann aber doch noch über dieses Rezept hier von Jeanny gestolpert bin. Rhabarber-Quark-Strudel. Klingt gut, ist gut.

Bevor ich das erste Mal Apfelstrudel produziert habe, hatte ich einen heiden Respekt vor dem Teigausziehen. Denn das fiel nach meiner Vorstellung so in etwa in die Kategorie „ominöse Küchengeheimnisse“ – konnten einfach nur Omas (per definitionem) oder Backgurus. In keine der beiden Kategorien falle ich. Ich kann es mittlerweile trotzdem – weil es tatsächlich kinderleicht ist. Alles was man braucht ist ein gutes Teigrezept und ein wenig Geduld beim Teig-Ausziehen. Ich hatte zwischenzeitlich mal ein anderes Rezept für Strudelteig mit deutlich geringerem Flüssigkeitsanteil ausprobiert, das überhaupt nicht funktioniert hat. Seitdem greife ich immer auf mein Standard-Rezept zurück. So auch hier.

In Sachen Füllung habe ich es bisher immer einfach gehalten: Apfelstrudel. Mal mit Nüssen, mal mit Marzipan, immer ohne Rosinen. Jetzt hat aber Quark (oder Topfen-)Strudel für mich immer so etwas von Urlaub, weil ich ihn eigentlich bisher immer irgendwo in den Alpen gegessen habe. Ich hatte schon mal einen Versuch mit einem Quarkstrudel aus Blätterteig unternommen, der allerdings komplett gescheitert war: der Quark floss aus dem Strudel, flockte aus und verteilte sich überall hin – nur nicht dahin wo er hin sollte. Das ist hier anders: Zum einen habe ich den Quark nochmal vor dem Backen gut abtropfen lassen, zum anderen (und das ist wohl das entscheidendere) kommt Speisestärke – sprich Pudding-Pulver – in die Füllung. Et voilà – es funktioniert ;-)

Rhabarber-Quark Strudel

Für einen kleinen Strudel:

Für den Strudelteig:

  • 100g Mehl
  • ca. 50g lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 20g neutrales Öl + ein wenig mehr zum Einpinseln

Für die Füllung:

  • 3 Stangen Rhabarber
  • 250g Quark (20%)
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (alternativ die entsprechende Menge Speisestärke und frische Vanille)
  • 75g Zucker
  • 1 Eigelb

Außerdem:

  • Semmelbrösel oder gemahlene Nüsse zum Ausstreuen des Teiges
  • Gute 2 EL Butter
  • Puderzucker nach Belieben
  1. Zunächst für den Strudelteig Mehl, Wasser, Salz und Öl in etwa 5 Minuten zu einem glatten, elastischen und nicht klebrigen Teig verkneten. Mit etwas Öl einpinseln und in Frischhaltefolie eingeschlagen bei Zimmertemperatur mindestens eine Stunde ruhen lassen.
  2. Für die Füllung Rhabarber entfädeln und in kleine Stücke schneiden. Mit 2 EL Zucker mischen. Quark auf einem Küchenkrepp sehr gut abtropfen lassen. Dann restlichen Zucker mit Quark, Eigelb und Vanillepuddingpulver verrühren.
  3. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche dünn ausrollen, auf eine bemehltes Geschirrtuch legen. Dann mit den Handrücken vorsichtig so dünn ausziehen, dass man durchsehen kann. Die dickeren Ränder abschneiden.
  4. Butter zerlassen. Den Teig damit betupfen und zu 2/3 mit Semmelbröseln oder Nüssen bestreuen, dabei das hintere Drittel und die Ränder frei lassen. Quark auf den Semmelbröseln verteilen, darauf den Rhabarber geben, die Ränder vorsichtig einschlagen und dann mit Hilfe des Handtuchs aufrollen.
  5. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech rollen lassen und mit zerlassener Butter einpinseln. Im heißen Ofen gute 30 Minuten backen, nach 15 Minuten nachmals mit Butter einpinseln. Mit Puderzucker bestreuen und lauwarm servieren.
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