Salad in Red

am

Rote Bete gilt oft als klassisches Wintergemüse, dabei gibt es auch jetzt im Sommer schöne kleine Exemplare. Nachdem ein Teil meines Rote Bete Bestandes das letzte Mal schon an die Oeufs en cocotte gewandert ist, habe ich nun den Rest genutzt um ein Rezept aus Tanja Grandits „Gewürze“ auszuprobieren. Ein Buch, um das ich sehr sehr lange virtuell herumgeschlichen bin bevor ich es mir schließlich zugelegt habe. Nachdem ein erster Versuch mit einer Rucolasuppe insgesamt eher enttäuschend war (was aber, das muss man fairerweise dazu sagen, vermutlich mindestens zu einem guten Teil an meiner mangelnden Mixer-Ausstattung liegt) habe ich jetzt also den zweiten mit diesem Salat gestartet.

Allerdings ist auch der nicht ganz so ausgefallen wie von Frau Grandits wohl ursprünglich beabsichtigt, was mehrere Gründe hat: Zum einen hatte ich schlicht keine Lust umständlich aus Frischkäse, Sahne und Gelatine eine Art Mousse anzurühren, die an den Salat gegeben wird. Ich habe mich also der Gelatine verweigert und den Frischkäse statt dessen einfach so mit den Gewürzen angerührt. Ich fand das für meine Zwecke völlig ausreichend. Zum anderen hat mir leider mein Vorratsschrank einen Streich gespielt. Die noch vorhandenen komplett verpackten Haselnüsse (noch weit unter dem MHD) musste ich leider wegwerfen, sie waren nicht mehr gut. Also Salat ohne geröstete Haselnüsse… Und schließlich war ich mal wieder zu dumm, um das Rezept vernünftig zu lesen. Denn eigentlich besteht der Salat sowohl aus roher, marinierter Roter Bete als auch aus gegarter. Das „rohe“ habe ich natürlich komplett überlesen und statt dessen im Überschwang alle vorhandenen Knollen direkt zusammen gegart. Geschmacklich macht es vermutlich keinen großen Unterschied, aber wenn man rohe und gegarte Rote Bete verwendet, ist das ganze durch die unterschiedlichen Konsistenzen sicher noch ein bisschen spannender.

Der Salat an sich macht was den reinen Zeitaufwand angeht nicht viel Arbeit, braucht aber etwas Vorbereitungszeit, da Rote Bete gegart und Marinade und Dressing durchziehen müssen. Das ganze ist in sich geschmacklich sehr rund, weder zu süß noch zu salzig und hat doch das gewisse Etwas. Aufgrund der Vorlaufzeit sicher nichts für alle Tage, aber so lecker, dass es hin und wieder den Aufwand lohnt.

Rote Bete Salat nach Tanja Grandits

Für 2 Personen als Vorspeise:

Für den Salat:

  • 2 Knollen Rote Bete
  • 1 Hand voll Basilikum (im Originalrezept rotes oder Gartenmelde, beides hatte ich nicht)
  • 1 Hand voll geröstete Haselnüsse (ich: ohne)
  • 1 Hand voll Radiesschen
  • Ein wenig rosa Pfefferbeeren

Für die Marinade:

  • 70ml Apfelessig
  • 40ml Wasser
  • 50g Zucker
  • 1/4 TL Salz
  • 1 paar Korianderkörner
  • 1 Sternanis
  • Etwa 1cm frischer Ingwer
  • 1/2 TL rosa Pfefferbeeren

Für die Vinaigrette:

  • 3 EL Nussbalsam (im Original Himbeeressig)
  • 2g Sojasauce
  • 1-2 EL Wasser
  • 1 gute Prise Zucker
  • Salz
  • Ein paar rosa Pfefferbeeren
  • 1 Sternanis
  • 1 kleine Prise Kreuzkümmel
  • 5 EL Nussöl (im Original Haselnuss-, ich hatte nur noch Walnussöl da)

Für den Frischkäse:

  • 3 großzügige EL Frischkäse
  • Ein wenig Zitronensaft
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise Rosa Pfefferbeeren (zerstoßen)
  • Salz und Pfeffer

Rote Bete Salat 2

  1. Eine Rote Bete am besten schon am Vortag in Alufolie gewickelt im Backofen ca. 45 Minuten garen. Am nächsten Tag die zweite Rote Bete schälen und relativ klein würfeln (im Originalrezept werden Kugeln ausgestochen. Das sieht sicher schöner aus, ich wollte aber nicht so viel Verschnitt haben).
  2. Die Zutaten für die Marinade verrühren. Einmal aufkochen und eine Stunde durchziehen lassen. Abseihen, noch mal aufkochen und heiß über die rohen Rote Bete Würfel gießen. Mindestens eine Stunde durchziehen lassen.
  3. Zutaten für die Vinaigrette mit Ausnahme vom Öl verrühren und einmal aufkochen. Eine Stunde durchziehen lassen. Abseihen, das Öl unterschlagen. Abschmecken.
  4. Frischkäse mit Zitronensaft, Kardamom, rosa Beeren und etwas Salz und Pfeffer glattrühren.
  5. Marinierte Rote Bete abseihen. Gegarte Rote Bete schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden, Radiesschen ebenfalls in hauchdünne Scheiben schneiden.
  6. Rote Bete und Radiesschen anrichten und mit etwas Vinaigrette beträufeln. Mit Basilikum, ggf. Haselnüssen und Frischkäsenocken anrichten. Etwas Rosa Pfeffer zerstoßen und darüber geben (wenig, ist sehr intensiv).
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Eva sagt:

    Ich bin bei diesen „figgelienschen“ Rezepten auch immer versucht, eine Abkürzung zu nehmen, habe aber schon oft feststellen können, dass wirklich etwas ganz anderes, neues entsteht, wenn man sich daran hält und schließlich muss ich das ja nicht jeden Tag machen. ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Tring sagt:

      Das stimmt wohl – vermutlich muss man sowas wirklich mal in Ruhe am Wochenende machen :-)
      Liebe Grüße,
      Tring

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