So ein Käse…

am

Kennt ihr Quitten? Das sind diese gelblich grünen relativ unförmig aussehenden Früchte, die den Anschein haben als könnten sie sich nicht entscheiden, ob sie Apfel oder Birne sein wollen. Zu allem Überfluss kann man sie auch noch nicht roh verarbeiten, sondern muss sie vor dem Essen garen. Zwar sind mir Quitten die letzten Jahre immer mal wieder beim Obsthändler aufgefallen, aber bislang hatte ich sie in ihrer kurzen Saison als „unpraktisches Obst“ (siehe oben) abgestempelt und geflissentlich ignoriert. Letzte Woche hatte ich sie dann allerdings in meiner Obst- und Gemüsekiste –  ignorieren zwecklos. Ich habe also angefangen Quittenrezepte zu wälzen.

So lange, bis ich bei Katharina über dieses Rezept hier gestolpert bin: Mohn-Käsekuchen mit Quitte?! Ich hätte mich schon beim Lesen quasi reinsetzen können. Sieht superlecker aus, wie ich finde, und schmeckt auch exakt so. Auf den Mürbteigboden kommt ein Schicht aus in Milch aufgequollenem Mohn und Griess, darauf die säuerlichen Quitten und obendrüber eine schön vanillige und nicht zu süße Schicht Käsekuchen. Die verschiedenen Schichten machen ein klitzekleines bisschen mehr Arbeit als der 08/15 Rühr- oder Streuselkuchen, lassen sich aber alle in der Zeit erledigen, die der Mürbteig im Kühlschrank ruht.

Ich habe den Kuchen erst fast 2 Tage später anschneiden können (was nicht am Kuchen lag, sondern daran, dass ich unterwegs war und ihn zu Hause vergessen hatte…) und er ist immer noch herrlich saftig und mit seiner eher moderaten Süße für mich perfekt. Die Quitten geben eine leichte Säure und passen super zu der Käsemasse und dem Mohn. Lediglich das leichte Gegrissel vom Mohn muss man mögen (ich habe ganzen und keinen gemahlenen verwendet, durch die Verwendung von letzterem ließe sich auch das sicher bei Bedarf abstellen). Ich fand es aber auch mit dem ganzen Mohn ganz lecker, weil er auch ein bisschen Struktur gibt.

Alternativ lässt sich der Kuchen mit Sicherheit auch mit Äpfeln oder Birnen machen. In diesem Fall muss das Obst natürlich auch nicht vorher gegart werden. Bei sehr süßem Obst müsste man evtl. die Zuckermenge etwas nach unten anpassen.

Mohn-Käsekuchen mit Quitte

Für eine 26er Springform:

Für den Mürbteigboden:

  • 120g Mehl (in meinem Fall 550er)
  • 30g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 50g kalte Butter
  • Wenige Esslöffel kaltes Wasser

Für die Mohn-Griess-Masse:

  • 250g Milch (in meinem Fall habe ich später noch ein bisschen mehr zugegeben, weil mir die Masse zu sehr eingedickt war)
  • 50g Mohn (evtl. gemahlenen?)
  • 40g Zucker (ich halb Zucker, halb Vanillezucker)
  • 30g Weichweizengrieß
  • 25g Butter

Für die Käsemasse:

  • 250g Quark (ich 20%)
  • 150g Creme Fraiche
  • 100g Zucker (ich halb Zucker, halb Vanillezucker)
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • Mark von einer Vanilleschote (ich: Vanilleextrakt)
  • 75ml Sahne
  • 30g Speisestärke

Außerdem:

  • 2 große Quitten
  • Butter zum einfetten der Form bzw. Backpapier
  • Hülsenfrüchte und Backpapier zum Blindbacken

Käsekuchen mit Mohn und Quitte

  1. Für den Mürbteig alle Zutaten schnell zu einem Teig verkneten, zur Kugel formen und abgedeckt im Kühlschrank 30-60 Minuten ruhen lassen.
  2. Die Quitten schälen, entkernen und in gleichmäßig dicke Spalten schneiden. Im Dämpeinsatz über heißem Wasser ca. 10 Minuten weich dämpfen (alternativ mit wenig Wasser in einem Topf weich dünsten). Beiseite stellen.
  3. Milch, Zucker und Mohn aufkochen. Grieß einrühen und kurz unter rühren köcheln lassen, bis die Masse eindickt. Vom Herd ziehen. Butter unterrühren. Es sollte eine relativ dickliche aber streichfähige Masse entstehen. Falls sie zu stark eindickt noch wenig Milch zugeben. Zwischendurch immer mal umrühren, damit sich keine Haut bildet.
  4. Backofen auf 170 Grad Umluft vorheizen. Eine 26er Springform mit Backpapier auslegen, Ränder einfetten.
  5. Den Mürbteig aus dem Kühlschrank holen und dünn etwas größer als die Springform ausrollen. Den Springformboden damit auslegen, dabei einen kleinen Rand stehen lassen (sollte die Mohnmasse aufnehmen). Mit einer Gabel mehrfach einstechen. Noch einmal 10 Minuten in den Kühlschrank geben. Danach mit getrockneten Hülsenfrüchten (auf Backpapier) beschweren und 10 Minuten blind backen.
  6. Quark, Creme Fraiche, Zucker, Salz, Vanille und 2 Eier verrühren. Sahne und Speisestärke unterrühren bis eine klümpchenfreie Masse entstanden ist.
  7. Hülsenfrüchte samt Backpapier vom vorgebackenen Boden entfernen (die Hülsenfrüchte kann man wieder verwenden) und den Boden mit der Mohnmasse einstreichen. Quitten darauf verteilen und anschließen das Ganze mit der Käsemasse bedecken. Im heißen Ofen 45 Minuten backen. Nach dem Backen bei einem Spalt weit geöffneter Ofentür im Backofen auskühlen lassen.
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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wiltrud sagt:

    wie praktisch, dass ich mir heute Quitten mit nach Hause gebracht habe :)

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    1. Tring sagt:

      Siehst du – als hätte ichs gewusst :-)

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      1. Wiltrud sagt:

        oder ich ;-)
        Jedenfalls passt es :D

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  2. Quitten sind nach unserer letzten Quittentarte (ein langer Messerkampf mit moderatem Geschmacksergebnis) zu unseren Todfeinden geworden. Bei dir hingegen sieht die Quitte friedlich und lecker aus. Wir gratulieren dir neidlos dazu, dass du sie bezwungen hast! (Und merken uns das Rezept für einen weiteren Kampf vor …)

    Lg
    Herr und Frau Lieblingsmahl

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    1. Tring sagt:

      Haha, ich gebe zu die Quitten sind ein wenig störrisch. Ein gutes Messer und eine gewisse Grundaggression beim Schneiden helfen definitv. Wobei ich zwischendurch schon mal etwas Angst hatte, dass eher mein Finger ab ist als das Quitten-Kerngehäuse. Meinen letzten Kürbis fand ich da aber schlimmer… :-)
      Liebe Grüße, Tring

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  3. marco sagt:

    Gar kein Käse ;) im Gegenteil!

    Gefällt 1 Person

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