Ein Rehabilitationsversuch

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Eigentlich mag ich ja gar keinen Rosenkohl. Als Kind habe ich wenn irgend möglich einen riesen Bogen um ihn gemacht. Erstaunlicherweise muss ich jedoch immer wieder feststellen, dass mein Geschmack sich in den letzten Jahren verändert hat. Dinge wie Schinken, mit denn man mich noch vor ein paar Jahren hätte jagen können, esse ich mittlerweile wieder, wenn auch in relativ homöopathischen Dosen. Also habe ich mich auch an den Rosenkohl herangetastet, ihn im Ofen geröstet und in sahnigen Saucen versenkt. Das ganze mit durchaus leckerem Ergebnis (dafür, dass es Rosenkohl ist – ihr versteht), aber mein Lieblingsgemüse ist er immer noch nicht so wirklich.

Trotzdem bin ich seit diesen ersten Versuchen irgendwie angepiekst in Sachen Rosenkohl-Rehabilitation. Und als ich gestern abend im Supermarkt ein schon arg schrumpeliges und halb verwelktes Bündel besagten Gemüses zum Schleuderpreis da liegen sah, habe ich die Gelegenheit (sprich den Rosenkohl) beim Schopfe gepackt, um einen weiteren Anlauf zu starten.

Rosenkohl-Rehabilitation

Da ich aus oben genannten Gründen über ein sehr eingeschränktes Rosenkohl-Rezepte-Repertoire verfüge (es geht gegen Null), habe ich woanders gesucht und bin bei Arthurs Tochter fündig geworden. Rosenkohl, Äpfel, Maronen, ein kleines Sahnesößchen, dazu Kartoffelpüree. Rosenkohl mit Kartoffeln geht super, Kartoffeln und Äpfel auch (man denke nur an Himmel un Ääd oder Rievkooche mit Apfelmus) – das ganze hatte nur einen Haken: Die Maronen. Zum einen leide ich nach wie vor unter einem leichten Maronen-Trauma seit meine frühere koreanische Mitbewohnerin mich mal mit einer Maronen-Sahne-Torte „beglückt“ hat, zum anderen bekomme ich sie hier um diese Zeit nicht mehr. Also habe ich ein wenig umdisponiert, dem Rosenkohl ein paar Schalotten und den Äpfeln separat davon ein wenig Chili spendiert. Dazu gabs ein Kartoffelpüree mit schön viel Butter. Und siehe da – er schmeckt der Rosenkohl :-)

Noch ein Wort zum Würzen. Ich habe hier – Astrid folgend – eine schon fertige Gewürzmischung von Ingo Holland (eigentlich für Salat) für den Rosenkohl verwendet. Eigentlich kann ich es überhaupt nicht leiden, wenn Leute in Rezepten fertige Gewürzmischungen verwenden, weil ich keine Lust habe sie mir extra zu kaufen, nur um das jeweilige Rezept auszuprobieren. Weil ich besagte Gewürzmischung in diesem Fall aber schon im Haus hatte, habe ich es trotzdem getan, mea culpa. Allen, die sich  – verständlicherweise – nicht mit besagter Gewürzmischung eindecken wollen, empfehle ich stattdessen eine Mischung aus etwas Zucker, Senf, Sellerie, Knoblauch, Kreuzkümmel und Chili. Alternativ kann ich mir auch ein wenig Curry ganz gut vorstellen

Für 2 Portionen:

  • 2 gute Hand voll Rosenkohl
  • 1 Apfel
  • 3-4 Schalotten
  • Öl und Butter zum Anbraten
  • Zitronensaft
  • Salz
  • Piment d’Espelettes oder Cayennepfeffer
  • 2 gute Prisen Salatgewürz Gartenkräuter (Ingo Holland – alternativ ein wenig Zucker, Senf, Sellerie, Knoblauch, Chili und Kreuzkümmel)
  • Ein kleiner Schuss Sahne
  1. Rosenkohl putzen und in Salzwasser kurz (ca. 3 Minuten) blanchieren. Kalt abschrecken, abtropfen lassen.
  2. In der Zwischenzeit einen Apfel schälen, entkernen und relativ fein würfeln. Mit sehr wenig Wasser (gerade so viel, dass er nicht anbrennt, er soll auf keinen Fall schwimmmen) auf kleiner Hitze in einen Topf geben und weich, aber noch bissfest dünsten. Mit ein wenig Piment d’Espelettes, ein klein wenig Salz und Zitronensaft abschmecken.
  3. Schalotten schälen und ebenso wie den Rosenkohl halbieren. In wenig Butter und Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze kurz angehen lassen, sie dürfen durchaus ein klein wenig Farbe kriegen. Salzen. Einen kleinen Schuss Sahne und Wasser angießen. Das Salatkräuter-Gewürz zugeben und alles einkochen lassen, bis die Sauce fast verschwunden und Schalotten und Rosenkohl gar, aber noch bissfest sind. Mit wenig Zitronensaft abschmecken.
  4. Die Äpfel mit Rosenkohl und Schalotten zu ein wenig Kartoffelpüree anrichten.

Dazu: Kartoffelpüree.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Silke sagt:

    Mir geht es auch so. Eigentlich mag ich gar keinen Rosenkohl, aber ich finde immer wieder Rezepte, die so lecker klingen, dass ich sie dann doch ausprobieren möchte… und dann schmeckt mir der Rosenkohl auch noch. ;-) Ich habe letztens einen Rosenkohlsalat gemacht, der auch sehr lecker war. (Diesen kann ich dir als nächsten Rehabilitationsversuch auch sehr empfehlen.)
    Dieses Rosenkohlgericht schaut aber auch sehr lecker aus. Habe ich direkt mal notiert.

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Tring sagt:

      Rosenkohlsalat klingt auch nicht schlecht, habe ich tatsächlich noch nie gemacht :-) Liebe Grüße, Tring

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