Hausmannskost

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So gerne ich auch all die Currys, chinesischen Nudelgerichte und arabischen Gewürzkombinationen esse – so hin und wieder brauche ich einfach so was richtig Bodenständiges. Hausmannskost eben. Das klingt langweilig und ist es vermutlich auch. Das ist sicher nichts aufregendes, nichts neues. Es gibt weder spannende unbekannte Zutaten noch exotische Pülverchen, Saucen oder Geschmackskombinationen.

Hausmannkost, das klingt eher nach (ehemals verqualmter) Eckkneipe und schnell gekochtem Mittagessen unter der Woche. Alltag eben. Hin und wieder habe ich trotzdem so einen regelrechen Hausmannskost-Flash: Dann gibt es bei mir Kartoffelsalat mit Würstchen, Milchreis, Linsensuppe oder eben wie hier Frikadellen mit Spitzkohlgemüse und Kartoffeln. Einfache Küche, Alltagsküche. Aber auch zu-Hause-Küche. Nichts was einen vom Hocker haut – aber dafür Essen mit dem man etwas verbindet, weil man damit aufgewachsen ist. Neudeutsch würde man von Comfort-Food reden. Bodenständiges Comfort-Food. Und für den Moment kann da jedes Curry einpacken – heute jedenfalls. Morgen schauen wir dann mal :-)

Frikadellen mit Spitzkohl

Für 2 Personen:

Für die Frikadellen:

  • 300g gemischtes Hack
  • 1 Ei
  • 1 große Hand voll Petersilie
  • 1 Hand voll frisch geriebenem Parmesan (oder Pecorino)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Semmelbrösel (oder ein in Milch oder Wasser eingeweichtes, gut ausgedrücktes und zerpflücktes altes Brötchen)
  • 2 TL scharfer Senf
  • Salz und Pfeffer
  • Öl oder Butterschmalz zum Anbraten

Für das Spitzkohlgemüse:

  • 1 Zwiebel
  • 1/2 Spitzkohl
  • Butter zum Anschwitzen
  • Je ein kleiner Schluck Sahne und Fond (oder Brühe)
  • Salz und Pfeffer
  • Zitronensaft
  1. Für die Frikadellen das Hack mit dem Ei und dem Senf in eine Schüssel geben. Zwiebel und Knoblauchzehe fein hacken und zugeben. Petersilie sehr fein hacken, Parmesan reiben. Beides untermischen. Salzen und pfeffern. Semmelbrösel zugeben (sie sollten die Flüssigkeit etwas auffangen, der Teig sollte gut formbar, aber nicht trocken werden). Alles gut vermischen. Sehr herzhaft abschmecken. Dann das Öl in einer Pfanne erhitzen und langsam darin die Frikadellen von allen Seiten gut anbraten.
  2. Für den Spitzkohl die Zwiebel fein würfeln und in Butter andünsten. Den Kohl in sehr feine Streifen schneiden und zugeben. Einen Deckel auf den Topf geben und den Kohl kurz bei kleiner Hitze etwas zusammenfallen lassen. Dann Sahne, Fond (der Kohl sollte nicht schwimmen, lediglich nicht anbrennen) und ein wenig Salz und Pfeffer zugeben und den Kohl weichdünsten (ca. 15-20 Minuten). Mit wenig Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu: Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree.

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Landidylle sagt:

    Hach, sehr schön. Ich kenne diesen ‚Zwiespalt‘ – obwohl es eigentlich ja gar keiner sein müsste. Unsere Hausmannskost hat sich ja über die ganze lange Zeit HIER bei uns eingebürgert, weil sie eben regional oder sogar lokal verfügbar, lagerbar war oder lagerfähig gemacht wurde (Weisskohl -> Sauerkraut).
    Bei uns gibt es ja sehr viel Hausmannskost weil viele Erzeugnisse aus dem eigenen Garten kommen und folgerichtigerweise müssen es noch mehr ‚Alltagsgerichte‘ oder ‚Arme-Leute-Essen‘ werden – weil das eben das ist was verfügbar ist.
    Würde jetzt jemand daher kommen und dieses Essen hypen, wäre es sofort als oberregional, saisonal, mega nachhaltig und superduper in aller Munde. Und wenn ich jetzt herumätze kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich saisonales, regionales und nachhaltiges Essen und verhalten wichtig finde – aber eben auch meine Currys liebe! ;)
    Liebe Grüße

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    1. Tring sagt:

      Nein, da hast du recht. Es müsste eigentlich kein Zwiespalt sein. Ich habe nur auch an mir selber festgestellt, dass ich oft dazu neige eher „exotisch“ zu kochen – weil es halt neu ist und deshalb gefühlt etwas spannender – und darüber oft die deutsche Küche etwas vernachlässige. Das ist halt das, was man schon kennt und als Kinde gefühlte Mio mal gegessen hat. Aber deshalb muss es wie du auch sagst ja nicht schlecht sein. Und nachhaltiger als aus dem eigenen Garten kann man sowieso nicht kochen :-)
      Liebe Grüße, Tring

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  2. Eva sagt:

    Ein Leben ohne Hausmannskost ist wenig lebenswert. :-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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  3. Wili sagt:

    Haumannskost ist ja eigentlich Mamas und Omis Kost, fürsorglich, wärmend, liebevoll, heimelig. Ewig balancieren wir zwischen Exploration und Bindung. Das ist doch gut so.
    Ich finde, du hast die hausmannskost köstlich angerichtet.

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    1. Tring sagt:

      Das stimmt, in dem Fall ist es eindeutig Mama-Kost :-)

      Gefällt 1 Person

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