Schlechtwetter-Eintopf

Es gab eine Zeit – ich glaube es war Mitte der 90er – da grassierte eine ominöse Kohlsuppe als Wunder-Abnehmmittel durch so gut wie sämtliche Zeitschriften. Man könne so viel essen wie man wolle – so lange es nur von der entsprechenden Kohlsuppe sei… Wenn ich mich recht erinnere fußte das Rezept, das damals bei uns als echter „Geheimtipp“ umherrschwirrte auf einer Tütchen-Zwiebelsuppe als Basis. Entsprechend schmeckte sie allerdings auch und wurde daher (Gott sei Dank) alsbald als untauglich verworfen. Länger als 2 Tage hätte man das Zeug tatsächlich kaum essen können –  wie manche Leute das sage und schreibe zwei Wochen (!) geschafft haben wollen ist mir schleierhaft… Jedenfalls hat mir diese Erfahrung die Kohlsuppe an sich auf längere Zeit erst mal verleidet.

Aber es geht zum Glück ja auch anders. Kohlsuppe in lecker sozusagen. Abnehmen tut man zwar glaube ich nun nicht mehr damit, aber dafür schmeckt sie an so usselig, regnerisch-kalten Tagen wie heute ganz hervorragend. Das Rezept stammt aus einer schon ziemlich in die Jahre gekommenen Ausgabe (Juni 2007) der FjT und kommt bei mir in besagten Wetterlagen immer mal wieder zum Einsatz. Neben Kohl (im Original Spitzkohl, ich habe aber auch schon Weißkohl und aktuell Jaroma-Kohl verwendet), kommen hier Kartoffeln, Fenchel, Paprika und Hackbällchen in den Eintopf. Theoretisch kann man natürlich alles Mögliche verwenden (Möhren gingen z.B. sicher auch gut), nur den Fenchel würde ich auf keinen Fall wegrationalisieren. Er gibt einen guten Geschmack für die Suppe und landet zum Teil auch in den Hackbällchen, wo er sich zusammen mit etwas Fenchelsaat sehr gut macht.

Kohlsuppe

Für 2-4 Personen (ein großer Topf voll):

  • 400g Kohl (Spitzkohl, Jaromakohl, Weißkohl – bei Weißkohl evtl. etwas länger kochen lassen)
  • 300g Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Fenchelknolle
  • 1-2 rote Paprika
  • 300g gemischtes Hack
  • 1/2 TL Fenchelsaat
  • Schale von 1/2 Zitrone
  • 1 Eigelb
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Semmelbrösel
  • Salz und Pfeffer
  • Öl zum Anbraten
  • ca. 1 Liter Brühe
  1. Kohl in sehr schmale Streifen schneiden. Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. 1/3 vom Fenchel fein raspeln, den Rest in sehr dünne Streifen schneiden oder hobeln. Paprika entkernen und in mundgerechte Stücke teilen.
  2. Wenig Öl in einem Suppentopf erhitzen. Kohl, Zwiebel und Kartoffeln darin leicht anschwitzen. Dann die Brühe angießen und 10-15 Minuten köcheln lassen.
  3. Den Knoblauch hacken. Dann mit Hack, geraspeltem Fenchel, Fenchelsaat, abgeriebener Zitronenschale, Eigelb und Semmelbröseln verkneten. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Aus der Masse kleine Hackklösschen formen. Nun entweder in Öl anbraten und später in die Suppe geben oder direkt zum Eintopf geben und vorsichtig mitgaren.
  4. Wenn Kartoffeln, Kohl und Hackbällchen fast gar sind den Fenchel und die Paprika in den Eintopf geben und noch einmal 5 Minuten köcheln lassen. Abschmecken.
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2 Kommentare zu “Schlechtwetter-Eintopf

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