麻婆豆腐

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Ich gebe zu „Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“ klingt erstmal nicht so wahnsinnig lecker. Manchmal hat es doch seine Vorteile, wenn man die chinesischen Zeichen nicht lesen kann….

Dies hier ist allerdings trotz des relativ unappetitlichen Namens fast schon so eine Art chinesisches Nationalgericht geworden. Es wird in (vorrangig Sichuan-)Restaurants im ganzen Land serviert und ist mittlerweile auch außerhalb von China relativ bekannt. Da es aus der Provinz Sichuan mit seinem nass-feuchten Klima stammt (einer Region in Westchina – da, wo die Panda-Zuchtstationen sind und wo es leider auch immer mal wieder Erdbeben gibt), verwundert es nicht weiter, dass das Gericht eher auf der scharfen Seite angesiedelt ist und neben der allseits bekannten Sichuan-Chilipaste auch der Sichuan-Pfeffer dort Verwendung findet. Aber wie das mit „Nationalgerichten“ nun mal so ist, gibt es auch hierfür Rezepte wie Sand am Meer…

In den letzten Jahren habe ich mich bestimmt durch ein halbes Dutzend davon durchprobiert und war mit dem Ergebnis nie so ganz glücklich. Entweder blieb der Tofu relativ geschmacklos, es war mir nicht scharf genug (jedenfalls gemessen an dem, was ich aus China kannte) oder zu säuerlich. Für diesen Versuch habe ich nun drei Rezepte kombiniert, nämlich eines aus Yan-Kit Sos „Chinesisch kochen“, sowie dieses hier und eines von Fuchsia Dunlop im Guardian. Und ich behaupte jetzt einfach mal, dass das Ergebnis dem, was ich in China gegessen habe bisher am nächsten kommt ;-)

Noch ein Wort zum Tofu: Manche Rezepte geben für dieses Gericht Seidentofu an. Ich habe es nicht ausprobiert, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert, weil er extrem weich ist und vermutlich sofort zerfallen würde. Der relativ feste Tofu, der sich bspw. gut zum Braten eignet, ist allerdings für dieses Gericht ebenfalls ungeeignet. Ich würde daher die Verwendung von weichem Tofu (im Asialaden gibt es idealerweise verschiedene Abstufungen) empfehlen. Dieser ist nicht so gummiartig zu essen und nimmt die Sauce am besten auf – er zerfällt allerdings auch recht schnell. Wenn man nur sehr festen Tofu bekommt, empfiehlt es sich ggf. in kurz vorzukochen, damit er etwas weicher wird.

Wer mag, kann das Hackfleisch natürlich auch weglassen, dann wird das ganze vegan. Ich habe beide Varianten (mit und ohne Hackfleisch) in China gegessen. Beides ist lecker, aber mit Hack schmeckt das ganze naturgemäß einfach ein bisschen herzhafter. Falls ihr es weglassen wollt nehmt evtl. ein bisschen mehr von der schwarzen Bohnenpaste.

麻婆豆腐

Für 2-3 Personen (je nachdem, ob es noch was anderes dazu gibt):

  • 400g weicher Tofu
  • 150g Gehacktes
  • 2 TL Sichuanpfeffer (ganz)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 3cm Ingwer
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Sichuan-Chilipaste (辣豆酱)
  • 1 guter EL Schwarze-Bohnenpaste (黑豆豉酱)
  • 2 TL Reiswein
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 ordentliche Prise Zucker
  • Öl zum Anbraten
  • Ggf. Stärke zum Abbinden
  1. Öl in einer Pfanne erhitzen. Ingwer und Knoblauch sehr fein hacken. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.
  2. Sichuanpfeffer ins heiße Öl geben, Knoblauch und Ingwer zugeben bis es anfängt zu duften. Gehacktes zugeben und anbraten. Dann das Helle der Frühlingszwiebeln sowie die Sichuan- und schwarze Bohnenpaste zugeben und kurz mit anschwitzen.
  3. Zucker, Reiswein und Sojasauce zugeben, 150ml Wasser angießen. Den Tofu abtropfen lassen und in nicht zu große mundgerechte Stücke schneiden. Vorsichtig untermischen und alles gute 5 Minuten kochen lassen. Dabei möglichst wenig rühren, damit der Tofu nicht zerfällt. Gegebenenfalls die restliche Flüssigkeit mit in wenig in Wasser angerührter Stärke abbinden. Mit restlichem Frühlingszwiebelgrün bestreut servieren.

Dazu: Reis.

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10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wili sagt:

    ich liebe deine Tofu-Rezepte!
    Seit Tagen schwirrt mir schon ein indonesisches Omelett im Kopf herum, dass mit Tofu und Hack gefüllt wird, natürlich ebenfalls schön wärmend scharf… jetzt ist es noch präsenter! ;) Mal sehen.

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    1. Tring sagt:

      Hört sich gut an! Mach mal :-)

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      1. Wili sagt:

        Ich habe noch immer Rote Bete 😅 Aber dann…

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  2. ichkoche- Jacktels Rohkost sagt:

    Hi Tring, sehr schönes Gericht sowohl was Haptik als auch Optik.Ich würde es definitiv mit Seidentofu machen. Der festigt sich bekanntlich ein bisschen beim garen. Und mit vorsichtigen umrühren , kann auch einigermaßen funktionieren. Gruß

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    1. Tring sagt:

      Danke dir – vielleicht sollte ich das mit dem Seidentofu dann wirklich mal ausprobieren :-) Liebe Grüße, Tring

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      1. ichkoche- Jacktels Rohkost sagt:

        Hi String, es ist alles Geschmackssache

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  3. ichkoche- Jacktels Rohkost sagt:

    sorry, war zu schnell, wollte schreiben, ich in meinem Alter esse alles ein bisschen weicher…Weichere Texturen sind aber gerade bei komplexen Geschmacks-Kompositionen vorteilhaft. Gruß

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    1. Tring sagt:

      Haha :-) Ich werde es probieren!

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  4. marco sagt:

    Ich liebe deine Sichuan-Rezepte :) Als ich im vergangenen Herbst in dieser Region unterwegs war, habe ich mich ja komplett in die vielfältige (und scharfe!) Küche verliebt. Leider koche ich hier daheim allerdings viel zu selten aus dieser Region. Mit deinen tollen Rezepten gibt’s du mir aber immer wieder Anstoss und erinnerst mich daran ;) Ich muss mich ranhalten!

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    1. Tring sagt:

      Stimmt, du warst ja da! Ich bin immer noch neidisch… ;-)
      Sichuan-Küche ist wirklich toll – ich könnte das Zeug immer essen :-)

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