Wider dem deutschen Winter

am

Die letzten knapp zwei Wochen habe ich in Südchina zugebracht, mich durch den völlig überfüllten Nachtmarkt am Dongmen in Shenzhen und diverse Straßenstände gefuttert, in Dongguan Schweinefüße, mit Pudding und Karamell gefüllte Baozi und Tofu mit Algenkruste probiert und in Hongkong in Dim Sum geschwelgt, so gut es mein Zeitplan hergab.

Nun habe ich überhaupt nichts gegen den deutschen Winter und die entsprechende Küche – aber als ich aus China wieder zurück kam, waren es in Berlin so in etwa -5 Grad und ich kam aus guten 27 in Hongkong… Irgendwie muss deshalb im Moment ein gewisser Ausgleich her, Asia-Sonne auf dem Teller sozusagen. Und da ich noch ein riesiges Paket Glasnudeln im Schrank und den Asiamarkt um die Ecke hatte, habe ich mich als schnelles Abendessen für diesen Salat hier entschieden.

Gefühlt könnte ich so was in der Art momentan ohnehin mindestens 3 Tage die Woche essen. Es ist relativ leicht, mit dem vielen Gemüse schön frisch, macht relativ wenig Arbeit und ist irgendwie einfach ein Wohlfühlessen. Die Zutaten habe ich nach Gutdünken ein wenig abgewandelt und mich  – aus reiner Faulheit – für fertigen frittierten Tofu aus dem Asialaden entschieden, anstatt das selbst zu erledigen. Ansonsten ist an Gemüse reingewandert, worauf ich gerade Lust hatte. Ein paar Kräuter für die Frische und ein wenig Erdnüsse für den Crunch dazu und fertig.

Glasnudelsalat mit Tofu, Curry und Erdnussbutter

Für 2 Personen:

  • 1-2 Hände lange Reisbandnudeln (in meinem Fall solche aus Süßkartoffeln)
  • 1cm Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1/2 Thai-Chili
  • 1/2 Paprika
  • 1 kleiner Pak Choi
  • 1 kleine Möhre
  • 1 Hand voll Champignons
  • 1 gute Hand voll Sojabohnensprossen
  • 200g frittierter Tofu
  • Frische Kräuter nach Belieben (in meinem Fall etwas Minze und Thai-Basilikum, frischer Koriander war leider schon aus…)
  • 1 kleine Hand voll gerösteter Erdnüsse
  • Öl zum Anbraten

Für die Sauce:

  • 3 EL Sojasauce
  • Saft von 2-3 Limetten
  • 2 großzügige EL Erdnussbutter
  • 1/2 EL Curry (in meinem Fall Madrascurry)
  • Brühe (ca. 100ml)
  • Eine Prise Brauner Zucker
  • Evtl. Salz
  1. Die Reisbandnudeln mit kochendem Wasser übergießen und kurz einweichen lassen, bis sie gut bissfest sind (wenn man sie zu lange einweichen lässt, sind sie hinterher Matsch), dann abtropfen lassen. Ingwer und Knoblauch fein hacken, Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.
  2. Möhren nach Möglichkeit in feine Streifen schneiden, restliches Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden, Tofu in dünne Scheiben schneiden.
  3. Öl in einem Wok oder einer tiefen Pfanne erhitzen. Knoblauch, Ingwer und das Helle der Frühlingszwiebeln darin anbraten, bis es anfängt zu duften, herausnehmen und aufbewahren. Pilze, Pak Choi, Paprika und Möhre in die Pfanne geben und ein paar Minuten anbraten lassen, bis sie bissfest sind.
  4. Ingwer, Knoblauch und Frühlingszwiebeln zurück in die Pfanne geben und kurz mit durchschwenken. Saucenzutaten verrühren, dabei so viel Brühe zugeben bis eine recht flüssige Sauce entsteht. Sprossen und fein gehackte Chili zugeben.
  5. Tofu und Glasnudeln in die Pfanne geben, durchschwenken. Sauce zugeben, verteilen und kurz durchziehen lassen.
  6. Abschmecken und mit frischen Kräutern, dem dunklen der Frühlingszwiebeln und gehackten Erdnüssen bestreut servieren.

 

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13 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ira Moritz sagt:

    Wirklich eine leckere Idee und schön, dass Du diese so unkompliziert präsentierst. Auf Deine Reise bin ich neidisch, ich bin noch nie in China gewesen habe aber eine chinesische Schwägerin, die super kochen kann. Du warst wahrscheinlich schon öfter dort – oder?

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    1. Tring sagt:

      Der Trip war diesmal beruflich und in Hongkong war ich auch nur deshalb, weil mein Flieger Verspätung hatte, aber man kann ja das Angenehme mit dem Nützlichen Verbinden :-)
      China ist immer wieder toll (wobei ich da einen deutlichen bias habe) – und Hongkong habe ich jetzt in der kurzen Zeit auch sehr zu schätzen gelernt. Es ist glaube ich gerade für Asia-Einsteiger nicht schlecht, weil der Kulturschock nicht ganz so groß ist :-) Liebe Grüße, Tring

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      1. Ira Moritz sagt:

        Danke für den Tipp, ich sehe Du bist Expertin!

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  2. Wili sagt:

    … und ich hatte dich schon vermisst 😅
    Ich kann so gut verstehen, dass der Winter in Berlin die Rückkehr nach so einer Reise schwer macht. Aber heute war mir auch seit längerem wieder nach Leichtigkeit und Aromen Südostasiens und habe Gemüsereste mit einem selbst gemachten Sambal in der Pfanne gerührt.

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    1. Tring sagt:

      Deine Resteverwertung würde ich aber auch nicht vom Teller schubsen ;-) Was indonesische Küche angeht, habe ich leider noch überhaupt keine Ahnung, aber ich muss das dringend mal ändern!
      Ich komme im Moment leider nur sehr unregelmäßig zum Bloggen, aber immerhin habe ich hoffentlich in 4-6 Wochen endlich wieder eine eigene Küche… :-)

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  3. Wili sagt:

    Zu, da fiebere ich mit dir, dass sie gut ankommt und aufgebaut wird.
    Und danke, mein Resteessen war auch lecker. Ich kenne halt nur die indonesische Küche und vielleicht noch ein wenig thailändisches Kochen, aber von hier aus der Ferne sieht das doch alles ähnlich aus. So als seien niederländisch, deutsch, österreichisch auch ein und das selbe 😉

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    1. Wili sagt:

      „Zu“ bedeutet „ui“

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  4. Susanne sagt:

    ich beneide Dich auch ein wenig um die Reise….ich will auch.Und stimmt, Hongkong ist toll…China light zum Eingewöhnen ;-)

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    1. Tring sagt:

      Ich war vorher ein bisschen skeptisch, was Hongkong angeht, aber ich war ziemlich begeistert. Würde ich sofort wieder hinfahren :-)

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      1. Susanne sagt:

        Ich auch 😀.

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  5. marco sagt:

    Gefühlt könnte ich so was in der Art momentan ohnehin mindestens 3 Tage die Woche essen – wie recht du da doch hast! Geht mir genau so! Wirklich spannend klingen in meinen Ohren aber Baozi mit Pudding und Karamell und Tofu in Algenkruste :) Wie schaut’s denn aus? Gibt’s dafür bald mal ein Rezept von dir?

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    1. Tring sagt:

      Ich suche noch… Der Tofu war ziemlich weich (ich nehme an gedünstet) und darauf war eine grüne Kruste aus Algen, die fast wie Spinat aussah – dazu gabs Pfifferlinge… War für mich auch Premiere :-)
      Die Pudding Baozi kannst du unter „奶黄包子 (nai huang baozi)“ im Netz finden. Bei den Karamell-Baozi sagte mir mein chinesischer Kollege sie hießen 公主包 (gongzhu bao) – also Prinzessinen-Baozi. Allerdings konnte ich dazu bisher leider kein Rezept finden. Ich suche mal weiter… :-)
      Liebe Grüße, Tring

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