In der klecker-freien Zone

am

Es gibt Gerichte, die haben geradezu desaströse Auswirkungen sowohl auf das eigene Erscheinungsbild als auch auf das der Umgebung – und die sogenannte türkische Pizza gehört definitiv dazu.

Es mag Leute geben, die holen sich so eine vom Dönermann des Vertrauens eingewickelte, von Salat und Sauce triefende Köstlichkeit und schaffen es, sie  – anmutig mal an der einen, mal an der anderen Seite knabbernd – völlig kleckerfrei und mit tadellosem Erscheinungsbild verbunden auf dem Weg zu essen.

Ich bin definitiv keine dieser Personen. Das Desaster fängt meist schon damit an, dass ich das  – gut in Alufolie eingewickelte – Päckchen an der falschen Seite öffne und der Pizza damit den Boden entziehe. Die Folge: Ungehinderte Salatlawinen und Saucenbäche ergießen sich auf mich und auf meine Umgebung, bestenfalls periphär durch die vorsorglich mitgenommene Pastiktüte sowie (grundsätzlich niemals ausreichende) Unmengen an Papierservietten eingedämmt.

Und falls ich es doch mal schaffen sollte, mit dem richtigen Ende anzufangen, gleicht das Essen einem stetigen Abwägen von Gefahren – an welcher Ecke kann man jetzt was wegessen ohne sich komplett zu beschmieren (von Kleinkram rede ich ja schon gar nicht mehr)? Kurz und gut: Es ist jedesmal ein Pizza-Gate. Und dabei esse ich das Zeug so gerne…

Da hilft nur, das ganze in die zum Kleckern freigegebene Zone – sprich nach Hause – zu verlegen und es selber zu machen. Nicht, dass ich mich da auch nur annähernd kleckerfrei aus der Affäre ziehen könnte – aber man kann entsprechende Maßnahmen ergreifen. Für das Rezept habe ich mich an diesem hier orientiert, es aber relativ frei gehandhabt. Zum Geschmack gibt es nicht viel zu sagen – das Zeug macht einfach süchtig und ist und die Sauerei in jedem Fall wert ;-)

Für zwei Pizzen:

Für den Teig:

  • 100g Pizzamehl (Mischung aus 00 und Harzweizengrieß)
  • 3g Frischhefe
  • 60g Milch
  • Eine Prise Zucker
  • Eine Prise Salz
  • Ein Schuss Olivenöl

Für den Belag:

  • 50g Hack
  • 3 EL Tomatenstücke (Dose)
  • 1 Schalotte
  • 1/2 kleine Paprika (in meinem Fall gelb)
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Paprika
  • 1/4 TL Koriander
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Harissa (wer nicht gern scharf ist, nimmt stattdessen Tomatenmark)
  • 1 Stiel Petersilie (Blätter und Stiel), fein gehackt

Für die Sauce:

  • 2 EL Saure Sahne
  • Zitronensaft
  • Olivenöl
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Cayennepfeffer

Außerdem für das Topping

  • Sumach zum Besträuen
  • Kerne von 1/4 Granatapfel
  • Grünzeug zum Belegen (Gurke, Paprika, Tomaten, Minze etc.)
  1. Für den Teig das Mehl in eine Schüssel geben. Eine Kuhle hineindrücken. Hefe mit einer Prise Zucker in die handwarme Milch bröckeln und verrühren. In die Mehlkuhle gießen, ganz leicht mit etwas Mehl vermischen und mit etwas weiterem Mehl bestreuen. Mit einem feuchten Handtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 20 Minuten gehen lassen, bis sich auf dem Mehl Risse zeigen.
  2. Öl und Salz zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Am Anfang sollte er ganz leicht klebrig sein und dann durch das kneten nach und nach elastisch werden und die Klebrigkeit verlieren. Mit einem feuchten Tuch abgedeckt an einem warmen Ort nochmal eine Dreiviertelstunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
  3. Für den Belag die Schalotte und die Paprika so fein wie möglich würfeln. Mit den restlichen Zutaten vermischen – die Konsistenz sollte streichfähig sein – und herzhaft abschmecken. Bis zur Verwendung kaltstellen.
  4. Für die Sauce und das Topping den Knoblauch sehr fein hacken und mit der sauren Sahne verrühen. Mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und ein wenig Cayennepfeffer abschmecken. Granatapfelkerne auslösen, „Grünzeug“ für das Topping in Würfel schneiden.
  5. Den Backofen mitsamt eines Backbleches auf 250 Grad Umluft (bei mir die höchste Stufe) vorheizen. Den Teig in zwei Portionen teilen und jeweils mit wenig Mehl möglichst dünn ausrollen. Wenn der Backofen vorgeheizt ist, das Blech herausnehmen und umdrehen. Mit etwas Mehl bestäuben und den Teig darauf legen. Dünn gleichmäßig mit dem Belag bestreichen. Im heißen Ofen 3 Minuten backen, bis der Teig Blasen wirft und der Belag leicht gebräunt ist.
  6. Pizza mit ein wenig Sumach bestreuen, Topping und Sauce darauf verteilen und nach Wunsch einrollen. Mit dem restlichen Teig genauso verfahren.
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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jep – genauso und nicht anders esse ich meine Lahmacun auch. Saugute Sauerei :). Allerdings klingt die flache, hausgebackene Variante auch nach etwas, das Kerl und ich auf jeden Fall testen sollten…
    Dank schon jetzt – zusammen mit herzlichen Grüßen!

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    1. Tring sagt:

      Wusst ich doch, dass ich Leidensgenossen habe! :-)

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  2. Rebekka sagt:

    Definitiv! Die Beschreibung gleicht meinen Versuchen bei Döner genauso.. Danke für das Rezept! Vll mache ich das mal hälftig ohne Hack für Menne und mich :)

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  3. Bitte zwei Portionen und dazu Chianti :-)

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