Nuss-Köpfchen

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Plätzchenrezepte gibt es wie Sand am Meer und da sie – im Vergleich zu einem normalen Kuchen – relativ viel Arbeit machen, möchte man sich relativ sicher sein, dass diese auch die Mühe wert ist. So habe ich im Laufe der Zeit meine ganz persönliche kleine Plätzchenrezept-Auswahl-Kriterienliste erstellt:

Erstens: Gute Zutaten. Das klingt sehr simpel trifft aber eigentlich immer zu. Mit vielen Nüssen, Marzipan, Marmelade, Nougat, Kokos oder Schokolade (im Idealfall in einer Kombination aus mehreren dieser Zutaten) kann man eigentlich nichts falsch machen.

Zweitens, und das ist ein ganz persönliches Kriterium: Die „last mile“ darf nicht zu lang sein.  So ein Plätzchenrezept besteht ja normalerweise aus verschiedenen Etappen: Da muss der Teig zusammengeknetet, ausgerollt, Plätzchen in Form gebracht, evtl. zusammengesetzt und verziert werden. Normalerweise bin ich ein relativ geduldiger Plätzchenbäcker für alle Arbeitsschritte die irgend etwas mit Teig zusammenmischen zu tun haben. Der Teig muss in mehreren Etappen gemischt werden, Schokolade geschmolzen, Butter vorher schaumig gerührt werden, der Teig 2 Stunden kühl gestellt werden? Kein Problem!

Schwieriger wird es dann schon, wenn so etwas wie Ausstechen und in mühsamer Kleinarbeit Verzieren mit beinhaltet ist. Dann werden erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit die Plätzchen immer größer und immer häßlicher. Schmecken tun sie natürlich trotzdem, aber die Optik lässt etwas zu wünschen übrig. Deshalb suche ich mir bevorzugt Rezepte aus, die man nicht ausstechen (und im Idealfall noch nicht mal ausrollen), geschweige denn irgendwie besonders dekorieren oder zusammensetzen muss.

All das trifft auf dieses Rezept zu, das ich vor Jahren in einem Brigitte Sonderheft entdeckt habe: Es enthält jede Menge Nüsse und Schokolade (check), und der Teig muss vor dem Backen lediglich zu Kugeln zusammengefügt, mit einer Nuss belegt und mit Eiweiß bestrichen werden (check). Ein klitzekleines bisschen mehr Arbeit macht er leider, weil er unglaublich mürbe und damit sehr krümelig ist. Die oben genannten Kugeln werden also eher zusammengepresst als gerollt…. Aber naja, dafür schmeckt es immerhin hervorragend ;-)

 

Für etwa 2 1/2 Bleche:

  • 100g Zartbitter-Schokolade
  • Abrieb von 1 Orange
  • 125g weiche Butter
  • 100g Zucker
  • 2 Eigelbe
  • 250g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 75g relativ klein gehackte Nüsse (in meinem Fall Mandeln)
  • 200g ungesalzene Nusskerne (ich nehme meist Walnusshälften oder ganze Haselnüsse)
  • 1 Eiweiß
  1. Schokolade schmelzen. Weiche Butter und Zucker schaumig rühren, dann die flüssige Schokolade langsam unterrühren.  Eigelbe und Orangenabrieb zugeben und ebenfalls kurz unterrühren.
  2. Mehl und Backpulver vermischen und ebenfalls untermischen. Das funktioniert am besten zunächst mit einem Kochlöffel und dann mit den Händen. Wenn das Mehl gut untergemischt ist auch die Nüsse unterkneten.  Der Teig ist sehr krümelig und lässt sich nur schwer überhaupt zu einer Kugel formen. Im Zweifelsfall noch fehlende Teigstücke einfach andrücken.
  3. Den Teig in Klarsichtfolie oder einen Gefrierbeutel einschlagen und 30 Minuten in den Kühlschrank geben.
  4. Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen, Backlbleche mit Backpapier auslegen.
  5. Den Teig aus dem Kühlschrank holen und  – notfalls mit etwas Gewalt – ein wenig über haselnussgroße Stücke abknipsen. Auch hier bröckelt der Teig sehr stark. Die Krümel lassen sich aber gut mit der Hand mit etwas Druck wieder zu Kugeln verkneten.
  6. Kugeln mit etwas Abstand auf die Backbleche setzen und mit Eiweiß einpinseln. Jetzt vorsichtig – damit sie nicht wieder auseinanderfallen – von oben eine Nuss in die Mitte drücken und die Kugel dabei etwas flach drücken. Sie springt dabei an den Seiten etwas auf. Sollten Teile abbröckeln, einfach wieder andrücken.
  7. Im Ofen etwa 12 Minuten backen.  Auf den Blechen auskühlen lassen. Die Plätzchen sind direkt nach dem Backen zunächst sehr weich und werden erst nach dem Abkühlen schön mürbe. In gut verschließbaren Plätzchendosen aufbewahren.

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Liebe Tring, grundsätzlich bin ich faul, außer in der Weihnachtszeit, da werden meine Plätzchen mit der Zeit eher hübscher als größer und … :D Trotzdem versuche ich ein Gleichgewicht bei den Anforderungen zu finden, damit jeder sich an die Dinger ran traut und nicht nur guckt. Dein Rezept ist ideal dafür! Vielen Dank :-)

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    1. Tring sagt:

      Ich fürchte für so viel Feinarbeit fehlt mir einfach die Geduld. Insofern ziehe ich meinen (imaginären) Hut vor dir, dass du das so hinbekommst ;-)

      Gefällt 1 Person

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