水饺 – Ravioli auf Chinesisch

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Am Freitag wurde in China das Frühlingsfest gefeiert, womit gut 1,3 Milliarden Menschen ins neue Jahr des Hundes gestartet sind.

Das ganze ist feiertechnisch in etwa eine Kombination aus Weihnachten und Silvester: Quasi ganz China hat frei und die Menschen fahren von ihren Arbeitsstätten oft über tausende Kilometer bis zu ihren Familien aufs Land. Züge und Bahnen sind hoffnungslos überfüllt und Tickets über Wochen im vorraus ausgebucht. Zu Hause angekommen werden kleine Geschenke gemacht (i.d. R. von den Eltern an die Kinder) und die ganze Familie sitzt zusammen und isst, bevor das neue Jahr mit ordentlich Krach (der Name „Chinaböller“ kommt nicht von ungefähr) begrüßt wird.

Ein Gericht, das klassischerweise vor allem in Nordchina gegessen wird, um das neue Jahr zu begrüßen sind Jiaozi (饺子) – das chinesische Äquivalent zu Ravioli.  Schon in die Herstellung ist die ganze Familie involviert: Einer macht den Teig, der Rest kümmert sich um die Füllung(en) und für die Fertigstellung der kleinen Paketchen werden schließlich so viele Hände wie möglich benötigt. Die Füllungen variieren von Region zu Region und Familie zu Familie: Hackfleisch und Dill, Hack oder Shrimps mit Chinakohl oder auch vegetarische Varianten mit Ei und Tomate  oder Glasnudeln/Tofu mit Gemüse habe ich schon gegessen.

Zur Feier des Tages habe ich nun auch mal wieder welche gemacht und mich dabei an einem Rezept orientiert, das ich während des Studium von chinesischen Freunden gelernt habe – sozusagen deren Familienrezept.  Dafür kommen neben Hackfleisch auch geraspelte Zucchini und Jiucai  – chinesischer Schnittlauch – an die Füllung. Das ganze macht zugegebenermaßen schon ganz schön Arbeit, weshalb es ein hervorragendes Gericht ist, um es mit der ganzen Familie oder mit Freunden zu kochen.

Die fertigen Teigtaschen können  – wie hier – gekocht (水饺), gedämpft (蒸饺) oder in der Pfanne gebraten und dann fertig gedämpft werden (锅贴), je nachdem worauf man gerade Lust hat. Einmal gekocht, lassen sich evtl. Reste auch gut ein paar Tage im Kühlschrank mit etwas Öl bestrichen verwahren und bei Bedarf noch mal kurz in der Pfanne anbraten. Happy new year!狗新年快乐!

Für etwa 20 Stück:

Für den Teig:

  • 180g Mehl + mehr zum Bearbeiten
  • ca. 120 ml Wasser
  • 1/2 TL Salz

Für die Füllung:

  • 120g Schweinehack
  • 1 Zucchini
  • 1/2 Bund Jiucai (韭菜), alternativ Schnittlauch und ein wenig Knoblauch
  • 1 EL fein gehackter Ingwer
  • 1 Ei
  • 2 1/2 EL helle Sojasauce
  • 1 Prise Chiliflocken (nach Belieben)
  • 1 EL neutrales Öl
  • 1 EL Sesamöl
  • Salz

Zum Dippen:

  • Dunkler chinesischer Essig
  • Fein gehackter Knoblauch
  • Chiliöl oder -flocken
  • Fein gehackte Frühlingszwiebeln oder Jiucai
  • Sesamöl

Vorbereitung:

  1. Für den Teig Mehl, Salz und soviel Wasser verrühren, das ein leicht klebriger, weicher Teig entsteht. Kurz zu einem homogenen Teig verkneten. Mit etwas Mehl bestäubt bei Zimmertemperatur abgedeckt eine Stunde ruhen lassen. Danach sollte er weich, elastisch und kaum noch klebrig sein.
  2. Für die Füllung die Zucchini raspeln, mit den Händen das vorhandene Wasser sehr gut ausdrücken und das Gemüse unter das Hackfleisch mischen. Fein gehackten Jiucai, Ingwer und das Ei sowie das Öl untermischen. Die Masse sollte sehr weich sein. Mit Sojasauce, nach Belieben ein wenig Chili, Sesamöl und Salz kräftig abschmecken.

Fertigstellung:

  1. Die Arbeitsplatte gut mit Mehl bestäuben. Vom Teig eine Portion (etwa ein Drittel) abnehmen, den Rest abgedeckt bis zur weiteren Verarbeitung ruhen lassen, damit er nicht austrocknet. Die Teigportion kurz durchkneten und zu einer länglichen Rolle formen, dann vom immer noch sehr weichen Teig Walnussgroße Stücke abknipsen und mit Mehl bestäuben.
  2. Die kleinen Teigstücke rund formen und dann dünn ausrollen. Dafür vom Rand zur Mitte hin ausrollen, dann das Stück um ein Viertel drehen und wieder vom Rand zur Mitte flach ausrollen.
  3. So reihum weiter verfahren. Am Ende sollte ein halbwegs rundes, handtellergroßes Teigstück entstanden sein, mit dünnen Rändern und einer leicht dickeren Mitte.
  4. Zum Füllen das rund ausgerollte Teigstück in die Handfläche legen und einen einen guten Teelöffel Füllung darauf platzieren. Dann zunächst die gegenüberliegenden Seiten in der Mitte zusammenführen.
  5. Die offenen Enden  zunächst einschlagen und dann von außen zur Mitte hin die gegenüberliegenden Ränder zusammendrücken. Die Teigtaschen sollten gut verschlossen sein, damit sie beim Kochen nicht aufgehen. 
  6. Für eine alternative Verschlussmethode die Enden wie bei Variante 1 über der Füllung zusammenschlagen, dann aber die offenen Enden zur Mitte ziehen und festdrücken und die Jiaozi so verschließen.
  7. Bis zum Kochen auf einem mit Mehl bestäubten Brett leicht antrocknen lassen.
  8. Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Jiaozi portionsweise hineingeben, bei mittlerer Hitze einmal aufkochen lassen, eine halbe Tasse kaltes Wasser nachgießen und noch einmal aufkochen lassen. Wenn sie oben schwimmen sind sie fertig.
  9. Die Dipzutaten ggf. kleinschneiden und verrühren, zu den Jiaozi reichen.
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hallo Tring,
    die „Ravioli“ sehen richtig gut aus! Sie machen richtig Lust aufs Nachkochen – bei uns mit einer fleischlosen Füllung.

    Gefällt 2 Personen

    1. Tring sagt:

      Danke euch! Wenn ihr scharfes mögt probiert mal eine Variante mit Kimchi und Seidentofu – ansonsten sind Füllungen mit Ei und Tomate auch ziemlich lecker ;-)

      Gefällt 1 Person

      1. Danke für die schöne Inspiration.

        Gefällt 1 Person

  2. Ein tolles Rezept liebe Tring und es ist, dank deiner ausführlichen Beschreibung, nicht mehr soooo schwer nachzukochen ;-) Bei uns gilt auch das strikte zusammenarbeiten. Ich koche und dann essen wir gemeinsam ;-)

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  3. Susanne sagt:

    Teigtaschen! Ich muss auch mal wieder…

    Gefällt 1 Person

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