Da brat mir doch einer…

am

…nen Sonntagsbraten! Denn den gibt es bei mir nicht allzu häufig – zu aufwendig, zu viel Fleisch, die Liste von möglichen Gründen fürs Nicht-Kochen ist ziemlich lang – bis ich in meinem Froster noch ein kleines Schweinefilet entdeckt und bei Uwe dieses Rezept für einen Sauerbraten von besagtem Fleischstück gefunden habe.

Nun liebe ich rheinischen Sauerbraten sehr – vor allem die Sauce. Diese Mischung aus moderater Säure und Süße in Kombination mit Spätzle und Apfelmus ist einfach zum Reinsetzen. Das Fleisch bräuchte ich pesönlich dafür noch nicht mal unbedingt, aber ohne Fleisch nun mal kein Sauerbraten und ohne Sauerbraten keine Sauerbratensauce, ihr versteht mein Dilemma….

Allerdings basiert das Rezept von Uwe leider nicht auf rheinischem Sauerbraten, wie ich ihn von zu Hause kenne, sondern auf einem Rezept von Vincent Klink. Lecker ist es trotzdem. Das Schweinefilet war bei mir nicht mehr ganz rosa, aber trotzdem noch schön zart und kein bisschen trocken, und die Sauce lecker (auch wenn ich sie etwas zu wenig einreduziert habe – mea culpa). Da das Schweinefilet naturgemäß auch nicht so lange braucht wie ein Rinderbraten, war es – wenn man von den 24 Stunden Marinierzeit mal absieht – für Sonntagsbratenverhältnisse sogar ein relativ schnell gemachtes Essen.

Ein paar Dinge würde ich trotzdem das nächste Mal anders machen: Zum einen würde ich bei der Sauce wieder auf rheinischen Sauerbraten umsteigen: mit Rosinen, Saucenlebkuchen und Apfelmus dazu. Die Variante von Vincent Klink ist zwar auch absolut nicht zu verachten, aber mir fehlt irgendwie die Süße. Außerdem würde ich im nächsten Versuch deutlich mehr Zwiebeln nehmen und diese vorher getrennt vom restlichen Gemüse langsam schön dunkelbraun braten, bevor ich Flüssigkeit angieße. Mir war die Sauce in der jetzigen Form einfach noch deutlich zu hell.

Ansonsten ist aber die Verwendung von Schweinefilet – gerade für einen nicht so fleischlastigen Esser wie mich – eine super Sache. Das werde ich sicher mal wieder machen – genauso wie die selbst gemachten Spätzle, die wirklich überhaupt kein Aufwand darstellen und bei mir viel zu selten auf den Tisch kommen.

Für den Braten (reicht für 2 Personen):

  • 1 Schweinefilet
  • 4 Wacholderbeeren
  • 3 Pimentkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • 5 EL Balsamico
  • 250ml trockener Rotwein
  • 1 Stück Sellerie
  • 1 Möhre
  • 2 Schalotten (demnächst deutlich mehr nehmen, s.o.)
  • 300ml Kalbsfond
  • 1 EL Honig
  • Butter- oder Schweineschmalz zum Anbraten
  • Salz und Pfeffer
  • Kalte Butter zum Abbinden (ca. 50g)
  1. Schweinefilet putzen, mit angedrücktem Piment und Wacholder, dem Lorbeerblatt, Wein und Balsamico in eine Schüssel geben und 24 Stunden abgedeckt im Kühlschrank marinieren.
  2.  2 Stunden vor der Zubereitung aus dem Sud nehmen, trocken tupfen und salzen. Bei Raumtemperatur stehen lassen (im Sommer besser im Kühlschrank und kurz vorher rausnehmen). Den Sud abseihen und bereit halten.
  3. Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Gemüse putzen und in feine Würfel schneiden.
  4. Schmalz in einer Pfanne oder im Bräter erhitzen. Das Fleisch darin kurz von allen Seiten braun anbraten und herausnehmen. Dann im restlichen Fett das Gemüse anbraten, dabei evtl. die Zwiebel langsam separat anbraten, bis sie dunkelbraun geworden sind (siehe oben). Gemüse mit einem guten Schluck Fond ablöschen und fast komplett einreduzieren lassen. Prozedur noch einmal wiederholen, dann die Hälfte des Rotwein-Sudes angießen und aufkochen lassen.
  5. Fleisch wieder in die Flüssigkeit geben und im Backofen 30 Minuten fertig garen. Dabei bei Bedarf noch mehr Fond nachgießen.
  6. Fleisch beiseite legen und Ruhen lassen, pfeffern. Die Sauce durch ein Sieb in einen Topf gießen, je nach gewünschter Säure noch etwas vom Rotwein Sud zugießen und ggf. restlichen Fond zugeben. Auf gut 1/3 einkochen lassen. Mit Honig abschmecken und mit eiskalter Butter aufmixen.

Dazu: Zuckerschoten und Spätzle.

 

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich will auch deinen Sauerbraten! Also, ich sitze schon und mein Messer ist gewetzt :D

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    1. Tring sagt:

      Ist leider schon weg – das nächste Mal mit Ansage, dann kannst du vorbeikommen :-)

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  2. Susanne sagt:

    Das Saucendilemma kenne ich. Wenn ich schon mal einen Braten mache, dann achte ich peinlich darauf, dass es richtig viel Sauce gibt, am besten so viel, dass man etwas in der Tiefkühle bunkern kann.

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    1. Tring sagt:

      Saucenmengen verdoppeln ist eigentlich immer eine gute Idee ;-)

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