Frühlingspasta mit Salsiccia, Bärlauch und Ricotta

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Die letzten gut zwei Wochen war es mal wieder so weit – China time! Auf diese (beruflichen) Reisen freue ich mich immer sehr, ist es doch für mich immer eine Gelegenheit noch mal „zurück zu kommen“. Zwar bin ich meist in Südchina unterwegs und damit in einer anderen Ecke als ich früher gelebt habe, aber Shenzhen und Hongkong sind schließlich auch ganz schön (im Falle von Hongkong ist das stark untertrieben – ich liebe diese Stadt!) ;-) Und so habe ich die Gelegenheit genutzt und mich ins abendliche Gewühl gestürzt: den Leuten auf der Plaza beim Tanzen zu Eurodance-Mucke zugesehen, mich über den Qingming-Feiertag mit gefühlt tausenden Chinesen auf eine lokale Sightseeing-Tour begeben  und mindestens mein Gewicht in Tofu, Auberginen und Dim Sum bei diversen Geschäftsessen verdrückt – man muss ja schließlich zumindest alles mal probieren…

Kulinarische Neuentdeckungen dabei waren in diesem Jahr u.a.: Seegurke (muss ich nicht wieder haben, die Konsistenz ist doch sehr merkwürdig), warmer Maissaft (sehr süß und sehr sättigend), Baozi mit süßer Sesamfüllung (sehr lecker), gebratene Zunge (an für sich lecker – auch hier ist die Konsistenz etwas merkwürdig) und winzige im ganzen frittierte Fische als Topping für japanischen gebratenen Reis (sehr lecker, knuspern schön).  Fotos gibt es von all dem so gut wie keine – bei Geschäftsessen kann ich nun mal schlecht Bilder machen… ein paar wenige finden sich auf meinen Facebook und Instagram-Accounts.

So schön das alles auch ist, so sehr freue ich mich aber auch immer wieder auf meine kleine Berliner Wohnung: Keine Menschenmassen, durch die man sich tagtäglich kämpfen muss (nein, die Berliner U/S-Bahn zählt nicht), frische Luft, viel Grün, (noch) keine Mückenschwärme und – last but not least – auch mal wieder die Gelegenheit selber zu kochen. Und so habe ich mir diesen Samstag mein Fahrrad geschnappt und mich auf „meinem“ Wochenmarkt auf die Suche nach dem ersten  kulinarischen Frühlingsboten –  Bärlauch –  begeben. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie ist der Berlin ziemlich schwer aufzutreiben: Supermärkte – Fehlanzeige, die meisten Marktstände ebenso, aber ich hatte Glück und habe dann doch ein bisschen was erstehen können ;-)

Einen Teil davon habe ich nun in dieser simplen Pasta-Variante verarbeitet: Im Original (aus FjT) wird neben der Salsiccia vor allem Spinat verarbeitet. Mein TK-Spinat bestand aber nur noch in Spurenelementen und so habe ich beschlossen das ganze kurzerhand um etwas mehr Gemüse zu erweitern. Auch bei der Salsiccia musste ich passen, bin aber stattdessen auf Mett und Fenchelsaat ausgewichen. Das ganze ergibt eine schöne ausgewogene Pasta Version – würzig durch Fenchel, Bärlauch und Fleisch, cremig durch ein paar Kleckse Ricotta; Chiliflocken geben eine leichte Schärfe und Zitrone einen kleinen Frischekick. Wird es wieder geben!

Für 2 Personen:

  • 200g Pasta
  • 250g Mett
  • 1,5 TL Fenchelsaat (alternativ Salsiccia statt Mett + Fenchel)
  • 1 kleiner Brokkoli
  • 1 Zucchini (in meinem Fall eine gelbe)
  • 1 Hand voll TK-Spinat nach Belieben (Reste)
  • Olivenöl
  • 1 kleines Bund Bärlauch (ca. 30g)
  • Saft von 1 Zitrone
  • 5 EL Ricotta
  • Salz, Pfeffer
  • Chiliflocken (eine milde Sorte, z.B. koreanische)
  • Fleur de Sel nach Belieben
  1. Brokkoli in Röschen teilen, Spinat auftauen und gut ausdrücken, Zucchini vierteln oder halbieren und in Scheiben schneiden. Brokkoli in Salzwasser 3 Minuten bissfest kochen. Abschrecken. Zucchini in Olivenöl anbraten und beiseite stellen.
  2. Fenchelsaat in einer Pfanne ohne Fett anrösten und im Mörser grob zerstoßen. Unter das Mett mischen.
  3. Nudeln in Salzwasser al dente kochen.
  4. Währenddessen das Mett in einer Pfanne anbraten und grob zerkrümeln. Herausnehmen. Brokkoli und Spinat zugeben und kurz anbraten, Zucchini und Fleisch zugeben. Mit 2-3 Kellen Nudelkochwasser ablöschen. Kurz etwas einkochen lassen, evtl. noch etwas nachsalzen und leicht pfeffern, Saft von 1/2 Zitrone zugeben.
  5. Nudeln untermischen. Bärlauch fein schneiden. 2/3 unter die Nudeln mischen.
  6. Nudeln auf Tellern verteilen. Ricottakleckse darauf verteilen. Mit einer Prise Chiliflocken und restlichem Bärlauch bestreuen, mit Olivenöl und ein wenig Zitronensaft beträufeln. Nach Belieben am Ende noch ein wenig Fleur de Sel darüber geben.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wenn man nur die Nudeln kocht und das Mett roh dazu gibt, hat man eine Ruhrpott Bolognese :D Danke für die Warnung vor den Seegurken, aber die anderen Dinge hätte ich ebenfalls probiert, allerdings lasse ich alles weg, was aus dem Meer kommt und die Konsistenz von Schnief hat ;-)

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    1. Tring sagt:

      Ruhrpott Bolognese finde ich gut – geht auch ohne Nudeln hervorragend :-) Und „alles was Schnief hat“ weglassen ist generall glaube ich eine ganz gute Leitlinie ;-)

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  2. elamahler sagt:

    Hallo Tring, danke für dieses tolle Rezept. Ich liebe Salsiccia, aber die bekommt man ja nicht überall problemlos, deshalb finde ich deine Idee mit Mett und Fenchelsamen sehr gelungen. Liebe Grüße Michaela

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