East meets west: Die Brötchenfrage

am

Ich habe schon öfter Brötchen selber gebacken, aber nie war ich ganz zufrieden. Entweder war mir die Kruste zu hart, zu dick oder zu dunkel, oder die Krume hatte irgendwie nicht die richtige Konsistenz.

Mit Brötchen ist das ohnehin so eine Sache. Irgendwie hängt man hier doch sehr an dem, was man kennt bzw. womit man aufgewachsen ist. Und so ist oft das erste, was mir auffällt, wenn ich in einem anderen Teil Deutschlands bin, dass die Brötchen irgendwie anders schmecken.

Umso erstaunlicher, dass ich schließlich in Punkto momentaner selbstgebackener Brötchenfavorit ausgerechnet bei einem Rezept für „DDR Brötchen“ fündig geworden bin. Denn die schmecken tatsächlich so, wie ich das von (guten) Bäckereien zu Hause im Rheinland kenne: Dünne, krosse, aber nicht zu harte Kruste, leicht gebräunt und schön flauschiges Innenleben. Anscheinend verläuft also die Brötchengrenze hier nicht in Ost-West sondern mehr in Nord-Süd-Richtung ;-)

Backtechnisch war das Rezept für mich in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich: Im Hinblick auf das Arbeiten mit frischer Hefe, jedoch ohne Vorteig und in punkto relativ kurzer Ruhezeiten im Kühlschrank. Beides kannte ich so nicht, hat aber hervorragend funktioniert.

Für 8 Brötchen:

  • 500g 550er Weizenmehl (+ etwas mehr je nach Beschaffenheit vom Mehl)
  • 15g Frischhefe
  • 3g Zucker
  • 10g Salz
  • 325 ml (lauwarmes) Wasser
  1. Mehl in eine Schüssel geben. Hefe hineinbröckeln, Zucker darüber streuen. Mit Wasser vermischen und in etwa 5-10 Minuten zu einem weichen, elastischen, keinesfalls trockenen und maximal noch leicht klebrigen Teig verkneten. Am Anfang klebt er noch recht stark, ich musste 2-3 EL Mehl zugeben, um ihn überhaupt verarbeiten zu können (hängt vom Mehl ab, das man verwendet). Salz untermischen und weitere 5-10 Minuten kneten.
  2. In eine Schüssel geben und abgedeckt eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Teig leicht auseinander ziehen, dann einmal wie einen Briefumschlag zusammenfalten und noch einmal für eine weitere Stunde abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
  3. Backofen auf 220 Grad Ober/Unterhitze vorheizen, dabei ein Blech mit aufheizen.
  4. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in 8 gleich große Portionen teilen. Teiglinge erst rundschleifen, dann kurz ganz leicht länglich rollen. Auf ein Backbleich geben und abgedeckt bei Zimmertemperatur 30 Minuten gehen lassen. Nach 15 Minuten mit einem scharfen Messer längs einschneiden.
  5. Brötchen mit Wasser einpinseln (habe ich vergessen) und in den heißen Ofen auf die mittlere Schiene geben. Einen großzügigen Schluck Wasser auf das untere Blech gießen und die Ofenklappe sofort verschließen.
  6. Nach 10 Minuten das Blech mit evtl. vorhandenem Restwasser entfernen (Vorsicht, der Dampf der beim Öffnen aus dem Ofen entweicht, ist sehr heiß) und Brötchen weitere 10 Minuten goldbraun backen. Wenn man unten dagegen klopft und sie sich hohl anhören, sind sie gar.
Advertisements

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Danke für die vielen schönen Küchenkniffe. So habe ich Brötchen auch noch nicht gemacht. Meine Lieblinge sind Schrippen aus Berlin, die schmecken so, wie du sie beschreibst :-)

    Gefällt 1 Person

    1. Tring sagt:

      Stimmt, die Berliner Schrippen kommen dem im Idealfall recht nah :-)

      Gefällt 1 Person

  2. Die Brötchen sehen perfekt aus – wie vom Profibäcker! Da kann das Feiertagsfrühstück kommen.

    Gefällt 1 Person

    1. Tring sagt:

      Merci :-) Ich muss mal austesten, ob ich sie abends mit Übernachtgare machen kann – das wäre dann in der Tat perfekt :-)

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s